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Bärlauch (Allium ursinum)

Der Bärlauch - Pflanze des Monats April 2014

Zeitig blühendes Liliengewächs

Bärlauch (Allium ursinum)

Die Umweltstiftung Rastatt hat den Bärlauch (Allium ursinum) zur Pflanze des Monats April 2014 gewählt.

Schon zeitig im Frühjahr bedeckt dieses Liliengewächs die Böden unserer feuchten Laubwälder mit sattem Grün. Dabei bevorzugt die Pflanze lockeren, nährstoffreichen und humusreichen Lehmboden. Stellenweise tritt sie in unseren Wäldern so massenhaft auf, dass ihre Blätter über weite Flächen den Boden bedecken.

Die Pflanze hat breit-lanzettliche zugespitzte Blätter, welche auf der Oberseite glänzend und dunkelgrün, auf der Unterseite jedoch matt und hellgrün sind. Beim Pflücken muss man genau hinschauen, denn die Blätter des Bärlauchs ähneln sehr den Blättern des Maiglöckchens und der Herbstzeitlosen. Diese Pflanzen sind im Gegensatz zum Bärlauch für den Menschen sehr giftig und teilweise sogar tödlich!

Ab Ende April entwickeln sich die weißen Blüten. Die Einzelblüten, die sich aus sechs Kronbättern zusammensetzen, sehen aus wie kleine weiße Sterne. Zehn bis 25 dieser schneeweißen Einzelblüten sind zu einem Blütenstand vereinigt, der die Form einer Kugel hat. Zur Blütezeit sieht es dann auf den Waldböden mit großem Bärlauchbestand so aus, als ob es geschneit hätte.

Als wilder Bruder des Knoblauchs verströmt der Bärlauch einen durchdringenden knoblauchartigen Geruch. Dieser geht auf ein schwefelhaltiges ätherisches Öl zurück.

Der köstliche, knoblauchartige Geschmack hat den Bärlauch inzwischen selbst in exquisiten Küchen salonfähig gemacht. Kleingeschnittene Blätter sind eine vorzügliche Beigabe für Kräuterquark, Mischsalate, Soßen und Suppen und schmecken auch köstlich auf einem Butterbrot. Besonders die Blätter der jungen Pflanzen schmecken frisch und würzig. 

Einige Rezepte:

>> Bärlauch-Baguette

>> Bärlauch-Butter

>> Bärlauch-Pesto

Der Bärlauch ist eine der ältesten heimischen Heilpflanzen. Bereits den Kelten und Germanen war er bekannt. In der Edda, einer Sammlung germanischer Götter- und Heldensagen, wird er als eine der ersten Pflanzen der Welt bezeichnet.

Neben seinen kulinarischen Qualitäten hat der Bärlauch eine vorzügliche Wirkung auf die Gesundheit. So wird ihm eine wunderbar entgiftende Wirkung nachgesagt. Außerdem wirkt er verdauungsfördernd und regulierend auf die Darmbakterienflora und blutdrucksenkend. Er hilft bei unreiner Haut und stärkt das Immunsystem. Hinzu kommt, dass der Bärlauch vorbeugend auch gegen Arterienverkalkung eingesetzt werden kann.

In Naturschutzgebieten steht der Bärlauch selbstverständlich, wie alle anderen Pflanzen, unter strengem Schutz. In diesen Gebieten darf man die Wege nicht verlassen und auch keinen Bärlauch sammeln.

Vor dem Pflücken ist angeraten (siehe oben), sich in einem gut bebilderten Buch die Unterschiede von Bärlauch zu ähnlich aussehenden Blättern von Giftpflanzen wie der Herbstzeitlosen, dem Maiglöckchen und dem Aronstab einzuprägen bzw. sich anderweitig genaue Informationen einzuholen. Es kam durchaus schon vor, dass ein vermeintliches Bärlauchsüppchen anstatt gesundheitsfördernder Wirkung genau das Gegenteil zur Folge hatte.

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