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Blutweiderich (Lythrum salicaria)

Der Blutweiderich - Pflanze des Monats August 2014

Genügsame Pflanze, die nasse Füsse liebt

Blutweiderich (Lythrum salicaria)

Zur Pflanze des Monats August hat die Umweltstiftung Rastatt den Blutweiderich (Lythrum salicaria) gewählt. Im Wirkungsbereich der Stiftung, das sind die Stadt Rastatt und die Gemeinden Iffezheim, Steinmauern, Ötigheim und Muggensturm begegnet man ihm nicht selten in Verlandungsbereichen von Seen, an Ufern von Teichen, an Gräben, Bächen und Flüssen. Er liebt nasse Füße und ist deshalb auch in feuchten Wiesen nicht selten zu finden.

In manchen Gegenden heißt der Blutweiderich auch „Stolzer Heinrich“. Und nach einer alten Überlieferung soll in der Pflanze der Sitz von Kobolden sein.

Als äußerst genügsame Pflanze, konnte der Blutweiderich die kahlen, kiesigen Inseln und die flachen Uferbuchten, die in den vergangenen Jahren im Rahmen des Hochwasser- und Ökologieprojektes (HÖP) an der Murg entstanden sind, recht schnell besiedeln. Hier bildet er stellenweise kleine oder größere „Trupps“.

Sein Name deutet auf die lanzettlichen, weidenähnlichen Blätter und die rote Farbe seiner Blüten hin. Die ansehnliche Pflanze kann Wuchshöhen von bis zu zwei Metern erreichen. Ihre wunderschönen roten Ährenblüten, die gerne von Schwebfliegen, Bienen aber auch Schmetterlingen besucht werden, bieten reichlich Nektar. Auch ist der Blutweiderich eine wichtige Futterpflanze für Raupen von Nachtpfauenaugen. Seine Samen sind mit Schleimhaaren ausgestattet. Sie werden u.a. von Wasservögeln verbreitet.

Die Pflanze wurde wegen ihres hohen Gerbstoffgehaltes (zwischen 9 % in der Wurzel und 14 % in der Blüte) bereits im 16. Jahrhundert zum Gerben von Leder verwendet. Neben der Gerbsäure enthalten die Blüten und Wurzeln auch noch Pektin und etwas ätherisches Öl.

Die jungen Sprosse, die Laubblätter und das weiße Mark der Blutweiderichstängel ergeben ein wohlschmeckendes Wildgemüse, das früher vor allem in Notzeiten gegessen wurde. Die im April/Mai gesammelten jungen Triebe schmecken auch gut im Salat.

In der Volksmedizin fand er besonders als Durchfallmittel Anwendung. In der heutigen Pflanzenheilkunde wird er trotz seiner vielfältigen Heilwirkungen kaum noch genutzt, obwohl er eine vielseitige Heilpflanze ist. Man kann mit ihr diverse Blutungen stillen oder Ausschläge, Durchfall und Ekzeme bekämpfen. Vor einer solchen Behandlung sollte aber der Arzt zu Rate gezogen werden.

Mit den roten Farbstoffe der Blüten des Blutweiderichs färbte man früher Zuckerwaren.

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