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Der Gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus)

Der Gewöhnliche Schneeball - Pflanze des Monats Januar 2018

Früchte, so rot wie der Schnee

Da die Früchte bitter schmecken, werden sie von den Tieren gemieden und bleiben lange stehen. Foto_Wikipedia_By 4028mdk09 [CC BY-SA 3.0]
Da die Früchte bitter schmecken, werden sie von den Tieren gemieden und bleiben lange stehen. Foto_Wikipedia_By 4028mdk09 [CC BY-SA 3.0]

Zur Pflanze des Monats Januar 2018 hat die Umweltstiftung Rastatt den Gewöhnlichen Schneeball, (Viburnum opulus), gewählt. Der Name Schneeball irritiert zunächst, sind die Früchte des Gewöhnlichen Schneeballs doch leuchtend rot. Damit bildet er innerhalb seiner Art jedoch die Ausnahme. Die meisten anderen Schneeballarten tragen weiße – an Schneebälle erinnernde – Früchte. Die Pflanze kann bis zu fünf Meter hoch werden und ist ein winterkahler, breitbuschiger Strauch. Seine ahornähnlichen Blätter verfärben sich im Herbst meist orange beziehungsweise rot.

Im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt (Stadt Rastatt und die Gemeinden Steinmauern, Ötigheim, Muggensturm und Iffezheim) besiedelt er gerne feuchte, nährstoffreiche Lehm- und Tonböden in Auenwäldern und wird wegen seiner Liebe für feuchte Standorte auch „Wasserschneeball“ genannt. Er kommt aber auch verbreitet in Gebüschen, an Ufern und in Hecken vor.

Begehrte Anlaufstelle für zahlreiche Insekten

Ab Mai erscheinen die Blüten in tellerförmigen doldenartigen Blütenständen von rund zehn Zentimetern Durchmesser. Aus der Ferne wirkt es so, als ob es sich um eine einzige üppige Blüte handelt. Weit gefehlt. Die flachen Blütenstände sind von einem Kranz vergrößerter, reinweißer Randblüten umgeben. Diese sind reiner Show-Effekt, um Insekten zum bestäuben der Blüten anzulocken. Die inneren, wohlriechenden Blüten enthalten den Nektar. Dadurch ist die Pflanze in der Blütezeit eine begehrte Anlaufstelle für zahlreiche Insekten.

Nach der Blütezeit – die bis August reicht – bilden sich die scharlachroten, kugeligen Früchte. Die reifen Früchte schimmern glasig und besitzen einen kleinen Steinkern. Aufgrund der herzförmigen Gestalt der Steinkerne wird der Gewöhnliche Schneeball auch liebevoll "Herzerlbeere" genannt. Doch so appetitlich wie die Beeren aussehen, sie bergen im rohen Zustand Giftstoffe, welche auch in Rinde und Blättern enthalten sind. Roh sind sie daher nicht für den Verzehr geeignet. Da viele Tiere die Pflanze wegen ihrer Bitter-, Gift- und Gerbstoffe meiden, hängen die Früchte meist bis in die Wintermonate hinein und bieten einen Farbkontrast in der winterlich öden Landschaft. Einigen Vögeln dienen sie als Notreserve und werden von diesen im Lauf des Winters gefressen.

Früchte eignen sich für Marmelade

Die sauren Früchte sind gekocht für Marmelade oder Gelee verwendbar. Das gekochte Fruchtmus ist bekömmlich und enthält wichtige Inhaltsstoffe für eine gesunde Ernährung. In der Türkei wird aus den Früchten, Wasser und Zucker das Erfrischungsgetränk „Gilaboru“ hergestellt, welchem eine heilende Wirkung bei Nierensteinen nachgesagt wird.

Neben dem Gewöhnlichen Schneeball ist bei uns noch der Wollige Schneeball heimisch, der allerdings trockenere Standtorte als der Gewöhnliche Schneeball bevorzugt.

Ein Schmuckstück für den Garten und Parkanlagen ist die Viburnum-Sorte „Roseum“. Diese Art des Gewöhnlichen Schneeballs besitzt große weiße Blütenkugeln, die sich beim Verblühen zartrosa färben.