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Gänseblümchen (Bellis perennis)

Das Gänseblümchen - Pflanze des Monats Februar 2015

Allseits bekannte Pflanze

Zur Pflanze des Monats Februar 2015 hat die Umweltstiftung Rastatt das Gänseblümchen (Bellis perennis) gewählt.

Im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt, das sind die Stadt Rastatt und die Gemeinden Iffezheim, Steinmauern, Ötigheim und Muggensturm kann man sie fast das gesamte Jahr auf nahezu allen kurzgehaltenen Wiesen-/Rasenflächen finden. Es erreicht eine Größe von bis zu 15 cm.

Das Gänseblümchen ist allseits bekannt und beliebt wie kaum eine andere Pflanze. Wer kennt noch den Spruch „Er/Sie liebt mich, er/sie liebt mich nicht,…“, welchen man beim Abzupfen der einzelnen Blütchen des Gänseblümchens vor sich hinsagt, um herauszufinden, ob der/die Geliebte etwas für einen empfindet? Wer hat als Kind nicht auch einmal einen Gänseblümchenblütenkranz geflochten oder dabei zugesehen? Das Pflänzchen macht ihrem botanischen Namen „Bellis perennis“ alle Ehre, denn dies bedeutet grob übersetzt so viel wie „Ewige Schöne“. Vom zeitigen Frühjahr bis zum ersten Frost in den späten Herbst- und Wintermonaten kann man dieses Pflänzchen betrachten. Es wird noch mit vielen anderen Namen außer Gänseblümchen bezeichnet, so zum Beispiel „Tausendschön“, „Monatsröserl“, „schweizerisch Margritli“ oder „Maßliebchen“ was „der Maria lieb“ bedeuten soll. Einer Legende nach sollen die Blüten Marias Tränen sein, welche sie auf der Flucht nach Ägypten verlor. Als Marienpflanze ist das Gänseblümchen zudem auf vielen mittelalterlichen Tafelbildern zu entdecken.

Immer mehr Parkbesucher und Gartenbesitzer freuen sich heute an den zierlichen freundlichen weißgelben Tupfen auf den grünen Rasenflächen. Das Zeitalter des typischen „Englischen Rasens“, in welchem nur kurzgeschorene Grashalme und keine anderen Pflanzen geduldet waren, ist mittlerweile glücklicherweise vorbei. Während sich die wintergrüne Rosettenpflanze mit ihren unterirdischen Ausläufern auf relativ kurzgehaltenen Flächen wunderbar entfalten kann, führt sie in richtigen Wiesen eher ein kümmerliches Dasein. Hochwüchsige Pflanzen und Gräser bedrängen und beschatten dort das Gänseblümchen.

Das was alltäglich als die Blüte des Gänseblümchens gehalten wird, ist in Wirklichkeit ein ganzer Korb voller einzelner kleiner Blütchen, woher auch die Bezeichnung der Pflanzenfamilie herrührt, nämlich: >> Korbblütler. Außen befinden sich weiße Zungenblüten und innen gelbe Röhrenblüten. Abends, sowie bei Regen und Kälte schließen sich die hübschen Blütenköpfchen, indem sich die weißen sanft über die gelben Blüten legen. Oftmals zeigt das zarte Pflänzchen, schon eine ganze Weile vor Einsetzen des Regens, mit dem Schließen ihres Köpfchens den Umschwung des Wetters an.

Die Blume ist jedoch nicht nur schön anzuschauen, sondern auch essbar. Junge Blätter können Salaten beigefügt werden und diese somit aufwerten. Die einzeln auf unbeblätterten Blütenstängeln sitzenden Blütenköpfchen schmecken süßlich-mild und können besonders als essbare hübsche Dekoration verschiedenster Speisen Verwendung finden. Die noch festen, grünen Blütenkörbchenknospen eignen sich eingelegt in Essig und gewürzt mit Salz hervorragend als Kapern-Ersatz.

Naturheilkundlich war das Gänseblümchen früher ein angesehenes Allheilmittel, vor allem als Wundkraut. Gedünstet in Wein, soll es leberkühlend wirken und die innere Hitze löschen. Unsere Vorfahren vertrauten außerdem darauf, dass im Frühjahr, wenn die germanische Göttin des Frühlings namens Freya „den Boden mit ihren Füßen berührt“, das Gänseblümchen mit seiner stoffwechsel- und appetitanregenden Wirkung die Wintermüdigkeit verjagt. Heute noch wird diese Frühjahrskur empfohlen, sowie auch der Einsatz der Pflanze als natürliches bewährtes Hustenmittel in der Kinderheilkunde.

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