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Gemeine Hasel (Corylus avellana)

Die Hasel - Pflanze des Monats Februar 2014

Sehr zeitig blühender Strauch

Hasel - männliche (Staub)Blüte, aufgenommen am 15.01.2014, Foto: FÖJ der Stadt Rastatt

Im Rahmen ihrer Kampagne „ Pflanze des Monats“ hat die Umweltstiftung Rastatt die bereits sehr zeitig im Frühjahr blühende Hasel zur Pflanze des Februars 2014 ernannt.

Die Gemeine Hasel ist ein sommergrüner, vielstämmiger bis neun Meter hoher Strauch aus der Familie der Birkengewächse. Sie wird auch als Haselnussstrauch, oder vereinfacht Haselstrauch bezeichnet.

Die Verbreitung der Hasel erstreckt sich über die Nordhalbkugel von Europa über Asien bis Amerika. Bei uns kommt sie im Unterholz lichter Laubwälder, in Hecken und an Waldrändern verbreitet und häufig vor.

Auffällig ist die Schnellwüchsigkeit; junge Schösslinge können schon im ersten Jahr mehrere Meter hoch werden. Im Folgejahr verzweigen sie sich und sorgen für die Strauchform. Ältere Stämme können dann bis zu 20 cm dick und bis zu 100 Jahre alt werden. Früher wurden die biegsamen Triebe für das Flechten von Körben und Zäunen verwendet. Stärkere Äste dienten den Menschen als Wanderstöcke oder Bögen für die Armbrust. Der kleine Anteil an dauerhaftem Holz wurde für Tischlerarbeiten verwendet, oder zu Schießpulver und Kohle verarbeitet.

Die Blätter der Gemeinen Hasel sind rundlich bis eiförmig mit einer herzförmigen Basis und an der Unterseite fein behaart. Der Blattrand besitzt große Zähne, die ihrerseits kleinere Zähne tragen (doppelt gesägtes Blatt). Sie finden ihren Einsatz in Arzneimitteln, weil sie u.a. ätherische Öle enthalten.

Hasel - weibliche Blüte, Foto: Dr. Heribert Zell, Der weibliche Blütenstand der Hasel ist in einer Knospe eingeschlossen. Auf dem Bild zu sehen sind die roten, fadenförmigen Narben. Aufnahmedatum nicht bekannt.

Die Hasel ist ein ausgeprägter Frühblüher. Bereits im Februar – lange vor dem Laubaustrieb - entlassen die männlichen Kätzchen den Blütenstaub des windblütigen Gewächses. Die Pollen gehören zu den ersten Pollen, die zum Jahresanfang allergische Reaktionen hervorrufen können. Im April endet die Blütezeit wieder, was den Allergikern zu Gute kommt. Die weiblichen Blüten sind unscheinbar und nur bei näherem Hinschauen von den Laubknospen zu unterscheiden. Zur Blütezeit sind sie durch die leuchtend dunkelroten Narben zu erkennen.

Für Honigbienen sind die männlichen Haselblüten wichtige Pollenlieferanten.

In erster Linie ist die Hasel jedoch durch ihre essbaren Früchte, die Haselnüsse, bekannt. Sie reifen im Herbst. Eichhörnchen, Eichelhäher, Spechte, Haselmäuse und viele andere Tiere verzehren die Nüsse. Die Tiere verschleppen oder verstecken auch Früchte. Vielfach vergessen sie die Verstecke oder verlieren einzelne Nüsse und tragen so unfreiwillig zur Verbreitung der Hasel bei.

Schon in der Steinzeit galten die Früchte als Nahrungsmittel zum Rohverzehr. Auch eine wichtige kulturelle Bedeutung kommt der Hasel zu. So war sie bei den Römern Friedenssymbol, wurde zur Hexenabwehr oder als Wünschelrute genutzt.

Symbolisch steht der Haselstrauch für Fruchtbarkeit und Wolllust, weshalb man in manchen Gegenden einer Braut einen Korb mit Haselnüssen schenkt.

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