• DE

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Die Herbstzeitlose - Pflanze des Monats September 2013

Wenn diese Pflanze blüht, neigt sich der Sommer seinem Ende zu

Herbstzeitlose, Foto: Rainer Deible

Mit der Herbstzeitlosen hat die Umweltstiftung Rastatt eine der giftigsten Blütenpflanzen unserer Heimat zur Pflanze des Monats gewählt.

Der deutsche Name „Herbst“zeitlose leitet sich davon ab, dass die Pflanze im Herbst bis in den Oktober hinein und damit außerhalb der Blütezeit vieler anderer bei uns heimischen Pflanzen blüht. Sie ist eine charakteristische Blütenpflanze unserer herbstlichen Wiesen. Die Pflanze ist in Süd-, Mittel- und Westeuropa beheimatet, hat aber auch Vorkommen in Nordafrika. In der Verwaltungsgemeinschaft Rastatt findet man sie vorwiegend auf frischen bis wechselfeuchten, jedoch nicht überdüngten Wiesen oder in mageren Streuobstwiesen.

Ihr wissenschaftlicher Name Colchicum autumnale ist nach der Landschaft Kolchis am Schwarzen Meer, im heutigen Georgien benannt. Möglich ist auch ein Zusammenhang zwischen der Giftigkeit der Pflanze und der berühmten Zauberin und Giftmischerin des Altertums Medea, die in Kolchis gelebt haben soll.

Die zu den Liliengewächsen gehörende, bis zu 40 Zentimeter hoch werdende Herbstzeitlose entwickelt im Herbst lediglich die „nackte“ Blüte. Die sechs Blütenhüllblätter sind hellrosa bis violett gefärbt und im unteren Teil der Pflanze zu einer langen Röhre verwachsen. Die Laubblätter erscheinen erst im Frühjahr. Zusammen mit diesen wird im Frühsommer auch der Fruchtstand der Pflanze, eine dreifächerige Kapsel über die Erde geschoben. Die Kapselfrucht ist anfangs grün, bei Reife ist sie blasig aufgeschwollen und braun. Sie enthält dicke schwarze Samen, die von Ameisen verbreitet werden. 

Frucht der Herbstzeitlose

Die Herbstzeitlose gehört zu den giftigsten Blütenpflanzen unserer heimischen Flora. Alle Pflanzenteile enthalten das stark wirkende Alkaloid Colchicin und weitere strukturell ähnliche Verbindungen. Der höchste Gehalt findet sich im Samen, und zwar in der Samenschale.

Die aromatischen Blätter des Bärlauchs werden leicht mit den geruchsneutralen Blättern der Herbstzeitlosen verwechselt. Dadurch kommt es immer wieder zu Vergiftungsunfällen.

Die Symptome einer Vergiftung äußern sich zunächst in einem Brennen im Mund. Es folgen Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen. Weiterhin erfolgt Kreislaufschädigung, die sich durch Abfallen der Körpertemperatur, sowie des Blutdrucks bemerkbar macht. Nach ein bis zwei Tagen kann der Tod durch Atemlähmung eintreten. Da schon eine geringe Menge Colchicin für Erwachsene und besonders für Kinder lebensgefährlich werden kann, wird empfohlen die Herbstzeitlose nicht in Anlagen anzupflanzen, die für Kinder frei zugänglich sind.

Neben der toxischen Wirkung findet Colchicin auch Anwendung in der Medizin und bei der Pflanzenzucht.

Nach oben