• DE

Hohes Veilchen (Viola elatior)

Das Hohe Veilchen - Pflanze des Monats Juni 2013

Eine typische Pflanze der großen Stromtäler

Hohes Veilchen (Viola elatior), Foto: Stephan Biebinger

Als Pflanze des Monats Juni 2013 wurde von der Umweltstiftung Rastatt das Hohe Veilchen ausgewählt.

Es zeichnet sich durch einen aufrechten Wuchs und lange lanzettliche Laubblätter aus. Die Kronblätter der von Mitte Mai bis Ende Juni blühenden Pflanze sind hellblau. Das untere, weißliche Blütenblatt ist von dunkelvioletten Adern durchzogen. Im Gegensatz zu anderen Veilchen, die nur sehr geringe Wuchshöhen erreichen, kann es bis zu 70 Zentimeter hoch werden.

Das Hohe Veilchen kommt in Deutschland vorwiegend in Stromtälern von Rhein, Donau, Elbe und Main und hier in Wiesen der Flußauen, die hin und wieder überflutet bzw. von Druckwasser überstaut werden, vor. Es ist eine typische Stromtalpflanze und wird deshalb manchmal auch als Stromtalwiesen-Veilchen bezeichnet.

In Baden-Württemberg ist es sehr selten. Zahlreiche seiner Wuchsorte sind in den letzten sechs Jahrzehnten infolge der fast vollständigen Zerstörung der Stromtal-Pfeifengraswiesen – hier ist ein Schwerpunkt des Vorkommens dieser Veilchenart – verloren gegangen. Solche Stromtal-Streuwiesen oder Riedwiesen waren noch vor einigen Jahrzehnten prägendes Landschaftselement der Oberrheinischen Tiefebene, so auch der Rastatter Riedgemeinden Wintersdorf, Ottersdorf und Plittersdorf. Sie wurden jedoch, da ihr wirtschaftlicher Wert gering ist (ihr Heu wurde früher als Pferdefutter und als Einstreu für Großvieh verwendet; von dieser Nutzung rührt auch ihr Namen), durch Entwässern in Ackerland oder Fettwiesen umgewandelt oder aufgeforstet. Zudem verbuschten viele Streuwiesen nach Aufgabe der Bewirtschaftung allmählich oder fielen der Kiesgewinnung zum Opfer.

Die Stadt Rastatt kann stolz darauf sein, dass sich auf ihrer Gemarkung in den Riedgemeinden noch einige Stromtal-Pfeifengraswiesen finden.

Da mit einer weiteren Abnahme der Bestände des Hohen Veilchens und anderer Stromtalwiesenarten zu rechnen ist, ist es auf besondere Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen angewiesen. Dafür wurden im vergangene Jahr im Rahmen des LIFE+ - Projektes „Rheinauen bei Rastatt“ in den Gewannen Neue Matten bei Rastatt-Wintersdorf und Teilergrund bei Rastatt-Plittersdorf Maßnahmen durchgeführt.

>> Informationen zur Anlage von Pfeifengraswiesen im Rahmen Life+

Viola elatior, Foto: Stephan Biebinger

Nach oben