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Huflattich (Tussilago farfara)

Huflattich - Pflanze des Monats März 2015

„des Wanderers Klopapier“

Huflattich (Tussilago farfara)

Zur Pflanze des Monats März 2015 hat die Umweltstiftung Rastatt den 20 bis 50 cm großen Huflattich (Tussilago farfara) ausgewählt.

Im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt, das sind die Stadt Rastatt und die Gemeinden Iffezheim, Steinmauern, Ötigheim und Muggensturm, kann man dieses faszinierende Kraut im Ödland, an Wegen, Baustellen und Steinbrüchen, bevorzugt auf feuchten, lehmigen, kalkhaltigen Böden und an sonnigen Plätzen finden.

Kaum zu glauben, selbst Pflanzen können Schuppen haben! In der ersten Frühlingssonne, oft schon im Februar, lockt das Licht viele blattlose, geschuppte Stiele mit goldgelb leuchtenden löwenzahnähnlichen Blütenköpfchen hervor. Bis zum Zeitpunkt der Samenreife können sich die Stiele der Huflattichblüten in ihrer Länge locker verdoppeln.

Der Huflattich ist vorziehend, was bedeutet, dass die Blüten vor den Blättern erscheinen. Mit den eigentlichen Blättern haben die Schuppen also nichts zu tun. Erst dann, wenn die Blütenköpfchen am Verwelken sind, fangen die Blätter an sich zu entwickeln. Tatsächlich ähneln „Huf“lattichblätter vom Umriss her einem Pferdehuf. Sie sind 10 bis 30 cm breit, rundlich-herzförmig und an ihrer Unterseite grau- bis weißfilzig. Dadurch kommt der lateinische Name „farfara“ zustande, der auf die Worte far = Mehl und ferre = tragen zurückzuführen ist. Aufgrund der weichen Unterseite werden die Blätter auch „des Wanderers Klopapier“ genannt. Verwechslungsgefahr besteht mit den Blättern der Pestwurz und der Klette. Jedoch werden Pestwurzblätter viel größer und Klettenblätter sind herzförmig zugespitzt.

Der Huflattich ist ein >> Korbblütler und vermehrt sich durch Samen, die wie beim Löwenzahn mit Schirmchen ausgestattet sind. Jedoch erfolgt die Vermehrung zudem auch vegetativ durch bis zu zwei Meter lange unterirdische Ausläufer. Er ist nicht nur beim Erscheinen der Blüten anderen Blütenpflanzen weit voraus, denn wenn es darum geht sich an Aufschüttungen, frischen Erdanrissen und Schuttplätzen anzusiedeln, dann ist der Huflattich einer der ersten Pioniere. Aufgrund seiner tief reichenden Wurzeln ist er sogar in der Lage steile Böschungen zu festigen.

Pflanzenheilkundlich vertraute man dem Kraut als das beste Hustenmittel. Die lateinische Bezeichnung „Tussilago“ aus den Worten tussis=Husten und agere=vertreiben weist deutlich darauf hin. Neuere Untersuchungen ergaben allerdings, dass sowohl die Blätter als auch die Blüten Pyrrolizidin-Alkaloide enthalten. Diese können Krebs auslösen und zudem die Leber schädigen. Vor einer Überdosierung und Langzeitbehandlungen mit Huflattich muss also an dieser Stelle gewarnt werden! Dies gilt ebenso für die Verwendung der Pflanze in der Küche. Junge Blätter kann man zerkleinern und anschließend Salaten oder Gerichten mit Wildgemüse zufügen.

Bereits antike Schriftsteller, so beispielsweise Plinius, haben den bläulichen Dunst des Huflattichs bereits gekannt und geschätzt - aufgrund der Heilwirkung, versteht sich! Während des ersten Weltkrieges wurden die Blätter der Pflanze auch als Tabak-Ersatz genutzt und somit geraucht. Tabak inklusive Hustenmittel. Traumhaft - wird jeder Raucher jetzt denken. Die Angst vor dem Raucherhusten schwindet… Wenn da nur die Pyrrolizidin-Alkaloide nicht wären...

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