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Klatschmohn (Papaver rhoeas)

Der Klatschmohn - Pflanze des Monats Juli 2014

Filigrane Schönheit

Klatschmohn 1, Foto: Rainer Deible

Der Klaschmohn (Papaver rhoeas), im Volksmund auch Mohnblume, Klatschrose oder Feuermohn genannt, wurde von der Umweltstiftung Rastatt zur Pflanze des Monats Juli 2014 gewählt.

Er schmückt im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt (Stadt Rastatt und die Gemeinden Iffezheim, Steinmauern, Ötigheim und Muggensturm) vornehmlich die Getreidefelder, gedeiht aber auch an Straßenböschungen oder auf Schutt und Ödland. Dabei bevorzugt er sonnenwarme, sandige bis lehmhaltige Böden.

Wie die meisten Ackerkräuter ist der Klatschmohn nicht seit Urzeiten in Mitteleuropa heimisch. Die Art stammt aus dem wärmeren Mittelmeerraum und drang zusammen mit dem Getreide während der Jungsteinzeit ca. 4500 und 3000 vor Christus nach Norden vor. Leider sieht den Klatschmohn an seinem typischen Standort, den Getreideäckern, durch die verstärkte Unkrautbekämpfung immer seltener. Er tritt aber oft in Mengen an offenerdigen Straßenböschungen auf.

Klatschmohn 2, Foto: Rainer Deible

Die vier feuerroten Blütenblätter des Klatschmohns sind dünn und fragil. In der Knospe sind sie eng zusammengefaltet, sie entfalten sich von Mitte Mai bis September. Die zahlreichen dunkelvioletten um den Fruchtknoten angeordneten Staubblätter des Mohngewächses bergen reichlich Blütenstaub, der vielen Insekten als Nahrung dient. Im Laufe des Sommers reifen aus den Fruchtknoten die für den Mohn so typischen Kapseln. Jede dieser Kapseln kann bis zu 3000 Samen erhalten.

Alle Pflanzenteile sind leicht giftig. Nehmen Wiederkäuer, Pferde und Schweine während der Blütezeit und Samenbildung zu große Mengen Klatschmohn auf, kann es zu Vergiftungen kommen. Bricht man einen Klatschmohnstängel ab oder ritzt mit dem Fingernagel in die noch unreife Samenkapsel, tritt ein weißer, klebriger Saft aus. Dieser Saft ist wie alle Teile der Pflanze leicht giftig, denn er enthält Alkaloide, vor allem Rhoeadin. Der Alkaloidgehalt im Klatschmohn ist allerdings sehr gering – im Unterschied zu seinem rosafarbenen Verwandten, dem Schlafmohn (Papaver somniferum). Aus dessen Milchsaft wird bekanntlich das Opium und damit der Rohstoff für Heroin gewonnen.

"Getreidefeld mit Mohnblumen". Richard Götz. Einsendung im Rahmen des Fotowettbewerbs 2012/2013 der Umweltstiftung Rastat

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