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Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)

Die Knoblauchsraucke - Pflanze des Monats April 2015

Wild und würzig

Zur Pflanze des Monats April 2015 hat die Umweltstiftung Rastatt die Knoblauchsrauke ausgewählt.

Die zwei- bis mehrjährige Knoblauchsrauke ist im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt, das sind die Stadt Rastatt und die umliegenden Gemeinden Iffezheim, Muggensturm, Ötigheim, und Steinmauern weit verbreitet. Mit Vorliebe wächst sie auf nährstoffreichen Böden im Halbschatten von Hecken und Waldrändern, sowie in unseren Auenwäldern. Bei guter Nährstoffversorgung erreicht sie eine Höhe von bis zu einem Meter. An kargen Standorten wird sie nur wenige Zentimeter groß. Während die unteren Blätter eine herzförmige Form aufweisen und lang gestielt sind (darauf weist auch der wissenschaftliche Name hin: lat. petiolatus= mit gestieltem Blatt), sehen die Blätter an den Stängeln eher aus wie von Brennnesseln.

Reibt man die Blätter der Pflanze zwischen den Fingern, wird einem sofort klar woher der Name kommt. Sie verströmen einen würzigen Knoblauchgeruch. An diesem einprägsamen Merkmal ist das Gewächs, welches wie Raps, Senf und Gemüsekohl zu den Kreuzblütengewächsen eindeutig zu identifizieren. Sogar der wissenschaftliche Name Allium (lat. =Knoblauch) weist darauf hin. Bei diesem Geruchserlebnis sollte man es allerdings nicht belassen, denn die Pflanze findet ausgezeichnet Verwendung im Speiseplan beispielsweise in Form von kleingehackten Blättern beigemischt unter Salate, Quarkspeisen oder Kräuterbutter. Der Vorteil beim Genuss dieser Pflanze ist, im Gegensatz zur Knobi-Knolle, das Ausbleiben der typischen „Knoblauchsfahne“. Beim Kochen verlieren die Blätter jedoch ihr besonderes Aroma.

Die Blütchen der Knoblauchsrauke, welche im April erscheinen, entwickeln sich von unten nach oben innerhalb eines Blütenstandes. Sie schmecken scharf-bitter und sind zum Dekorieren von herzhaften Speisen bestens geeignet. Die bis zu sechs Zentimeter langen schotenförmigen Früchte beginnen im Juni mit ihrer Reife. Speisen können mit diesen würzigen Samen abgeschmeckt werden. Ein Sträußchen aus Knoblauchsrauke auf dem Fenstersims ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern liefert auch einige Tage frische, junge Blüten und Blätter, wenn man Glück hat vielleicht sogar Samen, da unten am Blütenstand bereits Früchte ausgebildet sind, während sich oben noch die volle Blütenpracht entfaltet.

Die Knoblausrauke hat außerdem eine heilende und gesundheitsfördernde Wirkung. Sie soll antiseptisch, wundheilend, blutreinigend und harntreibend wirken. Letztere beide Eigenschaften sind wie bei Löwenzahn und Brennnessel für Frühjahrskuren geeignet. Äußerlich angewendet desinfizieren zerquetschte Blätter Wunden und lindern den Juckreiz bzw. die Entzündung von Insektenstichen. Schon im Mittelalter wurde die Knoblauchsrauke aufgrund dieser vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten in den Gärten als Gewürz- und Heilpflanze angebaut.

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