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Weißbeerige Mistel (Viscum album)

Die Mistel - Pflanze des Monats Dezember 2013

Monat Dezember im Zeichen der Mistel

Misteln, Foto: FÖJ der Stadt Rastatt 2012/13 (Ramona Müller, Melina Wochner)

Der Monat Dezember steht bei der Umweltstiftung Rastatt im Zeichen der Mistel, die seit jeher als Glücksbringer gilt.

Die heimische Weißbeerige Mistel (Viscum album) ist ein Halbschmarotzer, der auf Bäumen lebt, auf denen sie ihre Wurzeln durch die Rinde des Wirtes bis ins Holz treibt und dort Flüssigkeit und Nährsalze zieht. Photosynthese betreibt sie selbstständig.

Im Wirkungsbereich der Umweltstiftung, dem Verwaltungsraum Rastatt, findet man die Mistel auf verschiedenen Baumarten, bevorzugt auf Pappeln, Apfelbäumen, Robinien und Fichten. Sehr selten ist sie auch auf Eichen zu finden, wo sie besonders heilkräftig sein soll.

Die immergrünen Zweige der Mistel verzweigen sich immer wieder, wodurch die typische Kugelform entsteht. An den Zweigspitzen wachsen je zwei gebogene Blätter, die sich gegenüberstehen. Diese sind länglich-zungenförmig und werden zum äußeren Ende hin dicker.

Mistel (Viscum album), Foto: Stephan Biebinger

Ab Ende Februar bis Mai blüht die Mistel, die männlichen wie die weiblichen Blüten sind unscheinbar, gelblich und duften leicht nach Orange, was viele Insekten anzieht.

Im September werden die weißen oder gelblichen Beeren reif, die jeweils einen Kern enthalten, der von einem klebrigen Schleim umgeben ist. Werden diese von Vögeln, wie z.B. der Misteldrossel, gefressen und wieder ausgeschieden, kleben die Kerne an der Rinde von Bäumen fest und können dort zu keimen beginnen. Dies ist für den Keimling ein kritische Phase, da er noch nicht über eine funktionierende Wasserversorgung verfügt. Aus diesem Grund kann die Mistel nur in luftfeuchten Gebieten wachsen.

Die Mistel ist Glücksbringer und Fruchtbarkeitssymbol, früher galt sie als heilige magische Pflanze.

Schon um 500 vor Christus wurde sie in der Heilkunde verwendet. Für die Druiden, die Hohepriester der Kelten, war die Mistel die heiligste aller Pflanzen. Sie schnitten sie mit goldenen Sicheln und fingen sie mit weißen Tüchern auf, da sie davon überzeugt waren, dass ein auf den Boden Fallen die Heilkraft der Mistel negativ beeinflussen würde.

In der griechischen Mythologie ist sie die Zauberrute des Äeneas, mit deren Hilfe er in die Unterwelt eindrang und auch in der Edda (Sammlung nordischer Dichtungen) hört man von ihr.

Früher galt die Mistel als Allheilmittel und auch heute findet sie Verwendung in der Naturheilkunde. Sie wirkt harntreibend, beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend und blutdruckausgleichend. Außerdem stimuliert sie das Immunsystem, hilft bei Konzentrations- und Kreislaufstörungen, bei Geschwüren, Krampfadern und Arthrose. Auch bei Epilepsie und Fallsucht ist sie hilfreich. Hildegard von Bingen setzte die Mistel bei gefrorenen Gliedmaßen ein und Kneipp nutzte sie zur Blutstillung. Die Verwendung von Mistelextrakten in der Krebstherapie geht auf den Anthroposophen Rudolf Steiner zurück.

Zur Zeit der Wintersonnenwende und als Weihnachtsschmuck wird sie gerne an Haustüren gehängt, um das Haus vor Schaden zu bewahren.

Weitere Infos auf Wikipedia:

>> zur Gattung der Misteln (Viscum)

>> zur heimischischen Weißbeerigen Mistel (Viscum album)

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