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Interview mit dem Naturfotografen Rainer Deible

Nutria und Rainer Deible

Rainer Deible wurde am 13.12.2012 von Ramona Müller und Melina Wochner vom Freiwilligen Ökologischen Jahr der Stadt Rastatt interviewt.

 

Kontaktdaten

Name: Rainer Deible

Adresse: Kirchstr. 33, 76477 Elchesheim-Illingen

Handy: 0176/42573431, (Telefon (privat): 07245/86213)

Email: rainer (at) deible.de

Rainer Deible ist vorzugsweise über sein Handy erreichbar.

 

Tätigkeiten

Im Sommer betreut Rainer Deible das Mobile Informationszentrum (MIZ) mit dem er an verschiedenen Standorten den Bürgern und Bürgerinnen ganz aktuell die Maßnahmen, die im Rahmen des Life+ - Projektes „Rheinauen bei Rastatt“ realisiert werden, erläutert. Im Jahr 2012 stand das MIZ längere Zeit am Rohrer Steg in Rastatt, um über das Hochwasserschutz -und Ökologieprojekt an der Murg, kurz HÖP, aufzuklären. >> zur Seite Life+ - Rheinauen bei Rastatt

Doch die wahre Leidenschaft von Rainer Deible ist die Naturfotografie, der er mit großer Begeisterung nachgeht. Mit seinen Bildern möchte er den Menschen die Natur näher bringen.

Über die nächsten Aktivitäten von Rainer Deible, wie Bildvorträge, informiert die Umweltstiftung Rastatt bei ihren Veranstaltungsempfehlungen. Ehrenamtlich engagiert sich Rainer Deible u. a. auch in der >> Intitiativgruppe "Storch und Natur" des BUND Südhardt. Die Umweltstiftung Rastatt erhält stets tatkräftige Unterstützung von Rainer Deible.

Wie sind Sie zur Natur-Fotografie gekommen? Was ist das Besondere daran?

Nach dem Erwerb einer digitalen Spiegelreflex-Kamera im Jahr 2007 hat Rainer Deible sich intensiv mit der Naturfotografie befasst und u.a. die Ansiedlung der Störche in Elchesheim-Illingen auf Bildern festgehalten. Nach und nach erweiterte er seine Kameraausrüstung.

Oft ist er auf der Gemarkung Rheinstetten unterwegs, da es hier noch schöne Naturgebiete gibt und die Stadt sich intensiv für deren Schutz und Erhalt einsetzt. Nur dort wo die Natur geschützt wird, gibt es noch eine große Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Aus diesem Grund engagieren sich viele Naturfotografen - so auch Rainer Deible - im Naturschutz. Rainer Deible setzt sich für authentische Naturfotografie ein. Digitale Bildbearbeitung soll seiner Meinung nach in der Naturfotografie nur behutsam angewandt werden. Das Ziel muss immer eine natürliche Darstellung bleiben.

Bocksriemenzunge, Foto: Rainer Deible

Steht man als (Natur-)Fotograf nicht ständig im Konflikt mit dem Naturschutz?

Der Schutz der Natur hat absoluten Vorrang. Um gute Aufnahmen zu erhalten, dürfen Tiere keinesfalls unnötig gestört und Pflanzen nicht geschädigt werden. Rainer Deible verzichtet lieber auf ein tolles Foto als z.B. brütende Vögel aufzuschrecken.

Nestfotografie ist ein sehr heikles Thema. Um brütende Vögel ohne Beeinträchtigung am Nest zu fotografieren, bedarf es mit Ausnahme weniger Arten - wie z.B. beim Weißstorch - den Einsatz von Objektiven mit langer Brennweite. Im Zweifelsfall sollte man eher auf ein Bild verzichten.

Ansonsten besteht Naturfotografie nur zu einem kleinen Teil aus „knipsen“ und zum allergrößten Teil aus Kenntnissen über Fauna und Flora sowie aus vielen Beobachtungen, ansonsten kommt man über einige Zufallsbilder nicht hinaus.

>> 10 Verhaltensregeln für den verantwortungsbewußten Naturfotografen

Wann macht man die besten Aufnahmen? Die Zeit der Naturfotografen ist der frühe Morgen oder der späte Abend. „Nie mittags um 12 Uhr bei strahlendem Sonnenschein fotografieren!“ rät Rainer Deible, denn dieses Licht ist viel zu grell für gute Fotos. Außerdem sind gerade Insekten, wie Libellen und andere wechselwarme Tiere tagsüber sehr aktiv, wohingegen sie morgens recht träge sind und teilweise wie „eingefroren“ auf Blüten und Blättern sitzen. Dies erleichtert es dem Fotografen, sie gestochen scharf abzulichten.

Zudem kann man mit der Kamera auch sehr gut den Erfolg menschlicher Eingriffe wie bei den diversen LIFE+ -Projekten über einen längeren Zeitraum dokumentieren, eine nicht zu unterschätzende Hilfe für den Naturschutz.

 

Wann macht man die besten Aufnahmen?

Die Zeit der Naturfotografen ist der frühe Morgen oder der späte Abend. „Nie mittags um 12 Uhr bei strahlendem Sonnenschein fotografieren!“ rät Rainer Deible, denn dieses Licht ist viel zu grell für gute Fotos. Außerdem sind gerade Insekten, wie Libellen und andere wechselwarme Tiere tagsüber sehr aktiv, wohingegen sie morgens recht träge sind und teilweise wie „eingefroren“ auf Blüten und Blättern sitzen. Dies erleichtert es dem Fotografen, sie gestochen scharf abzulichten. 

Krebs, Foto: Rainer Deible

Was gibt es in der Verwaltungsgemeinschaft Rastatt alles zu entdecken? Verraten Sie uns einen Ihrer Lieblingsplätze?

Es kommt immer darauf an, was man fotografieren möchte. Wenn man mit offenen Augen durch die Natur geht, findet man fast überall schöne Motive.

Rainer Deible selbst ist oft am Fermasee in Rheinstetten unterwegs.

 

Was wären Sie bereit zu tun für ein gutes Foto?

Es kommt nicht selten vor, dass Rainer Deible im Winter mehrere Stunden im Freien in der Kälte sitzt oder im Sommer um 4 Uhr morgens aufsteht um die guten Lichtverhältnisse zu nutzen. Dies stößt bei nicht wenigen Personen auf Unverständnis. Um über eine Straße laufende Krebse zu fotografieren hat sich Rainer Deible Ende Oktober 2012 bei Hochwasser sogar auf eine überflutete Straße gelegt. Demnächst kommt auch noch ein selbstgebautes schwimmendes Tarnzelt zum Einsatz um Tiere auf

dem Wasser „auf Augenhöhe“ fotografieren zu können. Mit dieser perfekten Tarnung ist es dann möglich - unbemerkt - recht nah z.B. an Wasservögel zu kommen ohne diese zu stören. 

schwimmendesTarnzelt, Foto: Rainer Deible

Besonderes Erlebnis/Anekdote?

Rainer Deible ist jedes Mal aufs Neue begeistert, wenn er in der Natur ist und deren Schönheit fotografieren kann.

Immer wieder fotografiert er auf den blumenbunten Wiesen der Hochwasserdämme auf dem Boden liegend die Blütenbesucher. Dabei kommt es regelmäßig vor, dass Fußgänger ihn erschrocken fragen, ob er sich verletzt hätte und mit ihm alles in Ordnung wäre.

Wenn Rainer Deible unter seinem Tarnumhang sitzt, um Schnappschüsse von den scheuen Bewohnern der Rheinauen zu machen, kann es durchaus passieren, dass ihm diese so nah vor die Linse kommen, dass es unmöglich ist, sie mit dem Teleobjektiv zu fotografieren. Dann kann er sie aber immerhin aus nächster Nähe beobachten. Seine Tarnung ist so gut, dass selbst Spaziergänger schon unmittelbar an ihm vorbeigegangen sind, ohne ihn zu bemerken 

Worüber kann man sich beim mobilen Informationszentrum (MIZ) "Rheinauen bei Rastatt" informieren?

Grundsätzlich kann man sich über alle Projekte des LIFE+ „Rheinauen bei Rastatt“, die Institutionen, die hinter dem Projekt stehen und über dessen Finanzierung informieren. Über einen großen Bildschirm werden zur Veranschaulichung Bilder, Statistiken und Filme gezeigt.

Im Jahr 2013 soll es dann auch LIVE-Übertragungen von Brutstätten von Vögeln, wie dem Eisvogel und der Flussseeschwalbe geben. Gerade für Schulklassen wird dies eine tolle Möglichkeit sein, die Rheinauen und deren Bewohner zu erleben, ohne diese zu stören.

>> mehr zum MIZ auf der Webseite "Rheinauen bei Rastatt"

Mobiles Informationszentrum zu Life+

Was reizt Sie an der Arbeit beim MIZ?

Die Öffentlichkeitsarbeit im Naturschutz ist Rainer Deible ein sehr großes Anliegen. Es ist ihm wichtig die Bevölkerung direkt über die zur Zeit im LIFE+ - Gebiet stattfindenden Maßnahmen und Projekte zu informieren. Durch die persönliche Ansprache gelingt es ihm die Leute vom Sinn und Zweck der laufenden Baumaßnahmen zu überzeugen. Auf Fragen und Vorbehalte von Bürgerinnen und Bürger kann er direkt eingehen. Dadurch wird die Akzeptanz für das LIFE+ Projekt in der Bevölkerung erhöht; diese fühlt sich eingebunden.

Natürlich sieht Rainer Deible das MIZ auch als Werbung für den Naturschutz und insbesondere für das LIFE+-Projekt „Rheinauen bei Rastatt“.

 

Haben Sie schon viele Bürger erreichen können?

Das MIZ wurde und wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Die Besucherzahl lag im Sommer 2012 zwischen 20-30 pro Tag. Das MIZ steht die nächsten Jahre bis 2015 als Kontaktstelle und Besprechungsort fürs LIFE+ - Projekt zur Verfügung.

 

Ihr nächster Wunsch-Standort?

Im Jahr 2013 könnte das MIZ evtl. beim Riedkanal in der Geggenau stehen, wo eine ökologische Umgestaltung des Gewässers durchgeführt wird. Weitere mögliche Standorte sind Bittler und Brufert, wo der Murgdeich zurückverlegt wird. Aber auch in Plittersdorf, Au/Rhein, Steinmauern, Durmersheim und Elchesheim-Illingen sind Einsätze mit dem MIZ geplant.

 

Wo sind für Sie die interessantesten LIFE+-Baustellen/ Maßnahmen in Rastatt?

Natürlich ist das HÖP (=Hochwasser- und Ökologieprojekt Murg) in Rastatt hochinteressant. Es handelt sich um eine sehr große Baumaßnahme mitten in der Stadt, von der viele Bürger betroffen sind.

Allerdings gibt es auch viele kleine, „verstecktere“ Projekte, die trotzdem sehr interessant und wichtig sind.

Zum Beispiel die Hofwaldschlut, eine auf weiten Strecken verlandete Murgschlinge. Diese soll an den Riedkanal angeschlossen und reaktiviert werden.

Oder die Erweiterung der Stromtalwiese im Teilergrund. Hier wurde auf einer großen Fläche aufkommendes Weidengehölz entfernt und eine Neueinsaat vorgenommen. Auf den neu geschaffenen Flächen soll eine Pfeifengraswiese entwickelt werden.

 

Links? Lektüre? weitere Infos?

>> Life+ "Rheinauen bei Rastatt"

>> Tier und Natur - Verhaltensregeln für den verantwortungsbewußten Naturfotografen

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