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Pflanze des Monats April 2018 (Corydalis cava)

Der Hohle Lerchensporn - Pflanze des Monats April 2018

Typischer Frühblüher

Die Knolle des Hohlen Lerchensporn ist sehr giftig. Foto: Rainer Deible.
Die Knolle des Hohlen Lerchensporn ist sehr giftig. Foto: Rainer Deible.

Zur Pflanze des Monats April 2018 hat die Umweltstiftung Rastatt den Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) gewählt. Er ist ein typischer Frühblüher. Diese wachsen bereits zeitig im Jahr und blühen vor dem Laubaustrieb im Wald. So können sie das Sonnenlicht voll nutzen. Der Hohle Lerchensporn ist damit sehr gut an das Leben in unseren Laubwäldern angepasst.

Nährstoffe aus der Knolle
Seine Nährstoffe bezieht der Hohle Lerchensporn aus einer tief unter der Erde sitzenden etwa walnussgroßen, stärkehaltigen Knolle. Der deutsche Beiname „hohl“ bezieht sich auf die Knolle, diese ist durch das Absterben von Gewebe bei älteren Pflanzen hohl.

Die hübschen Blüten des bis zu circa 30 Zentimeter hohen Hohlen Lerchensporns entwickeln sich zwischen März und April. Man findet ihn den Farbvarianten von Weiß über Rosa und Violett. Meist stehen die zehn bis zwanzig Blüten in einem endständigen Blütenstand zusammen. Die zwittrige Einzelblüte wird etwa drei Zentimeter lang. Sie besteht aus einer Oberlippe mit einem Sporn und einer Unterlippe. Der Sporn führt reichlich Nektar und lockt insbesondere langrüsselige Insekten oder Schmetterlinge zur Bestäubung an. Hummeln kommen mit ihren kürzeren Saugrüsseln nicht an den Nektar heran. Um trotzdem an die begehrte Nahrung zu gelangen, beißen sie den Sporn von außen auf und entnehmen den Nektar, ohne der Bestäubung zu dienen.

Ameisen verbreiten die Pflanze
Als Frucht wird eine schotenartige Kapsel gebildet, die zahlreiche rundliche, bis zu drei Millimeter große, schwarzglänzende Samen freigibt. Diese werden durch Ameisen verbreitet. Das funktioniert nur, weil an den Samen ein sogenanntes Elaiosom hängt. Das ist ein fett- und zuckerreiches Anhängsel, das die Ameisen zum Fressen gern haben. Der Vorteil für die Pflanzen: durch die Ameisen verschleppt, keimen die Samen entfernt von der Mutterpflanze und bilden neue Kolonien.

Die Einzelpflanzen wachsen gerne auf etwas feuchten, lockeren und nährstoffreichen Lehmböden. Sie kommen oft in kleinen Rudeln vor, können aber auch je nach Standort großflächige Ansammlungen bilden. Alle Pflanzenteile sind schwach, die Rhizomknolle jedoch stark giftig. Die Pflanze enthält verschiedene Alkaloide, in erster Linie das Bulbocapnin. Vergiftungen mit dem Lerchensporn sind selten, da die giftigen Stoffe in hoher Konzentration vorwiegend in den Knollen, die sich tief in der Erde befinden, vorkommen.

Früher eine Heilpflanze, wird der Hohle Lerchensporn heutzutage nicht mehr medizinisch angewendet. Eine weitere Lerchenspornart, die im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt, das sind die Stadt Rastatt und die Gemeinden Iffezheim, Steinmauern, Kuppenheim und Ötigheim vorkommt, ist der Gefingerte Lerchensporn (Corydalis solida). Die beiden Pflanzenarten ähneln einander sehr, wobei sich beim Hohlen Lerchensporn unterhalb jeder Blüte ein ovales bis eiförmiges, ganzrandiges Tragblatt befindet. Beim Gefingerten Lerchensporn ist dieses eiförmig-lanzettlich und durch mehrere tiefe Einschnitte in fingerförmige Zipfel unterteilt (daher der deutsche Name Gefingerter Lerchensporn).