• DE

Gewöhnliche Schuppenwurz (Lathraea squamaria)

Gewöhnliche Schuppenwurz ist Pflanze des Monats April 2017

Schmarotzerpflanze blüht erstmals nach zehn Jahren

Die Gewöhnliche Schuppenwurz blüht erst nach zehn Jahren zum ersten Mal. Foto: Stadt Rastatt.

Zur Pflanze des Monats April 2017 hat die Umweltstiftung Rastatt die Gewöhnliche Schuppenwurz (Lathraea squamaria) gewählt. Die Pflanze ist ein parasitärer Vollschmarotzer und trägt den wissenschaftlichen Namen Lathraea squamaria. Sie wächst unterirdisch. Der Begriff „Lathraea“ kommt vom griechischen lathraios und bedeutet verborgen. „Squamaria“ ist vom lateinischen squama abgeleitet, was Schuppe heißt, ein Hinweis auf die schuppenartigen Blütenblätter der Pflanze. Rund um Rastatt kann man die seltene Pflanze von Ende März bis Anfang Mai in höher gelegenen Bereichen des Auenwaldes oder Hainbuchenwäldern entdecken.

Die Schuppenwurz lebt von ihrem Wirt

Die Pflanze lebt von den Nährstoffen ihrer Wirtspflanze. Als Wirtspflanzen dienen ihr unter anderem Hasel, Erlen und Pappeln. Um an die Nährstoffe ihres Wirtes zu gelangen, besitzt die Schuppenwurz ein Rhizom. Es ist reich verzweigt, verläuft unterirdisch, wird bis zu zwei Meter lang und bis zu fünf Kilogramm schwer. Am Rhizom befinden sich kleine Saugorgane, mit denen die Pflanze ins Wurzelgewebe ihres Wirtes eindringt. Eigene Blätter benötigt sie nicht, da sie keine Photosynthese betreibt. Ohne Blätter fehlt der Schuppenwurz aber auch die Sogwirkung, die bei anderen Pflanzen über die Verdunstung von Wasser auf den Blattoberflächen entsteht. Um das auszugleichen, besitzt die Schuppenwurz Wasserdrüsen am Stängel, die diese Funktion übernehmen.

Bis zur ersten Blüte dauert es zehn Jahre

Eine Besonderheit der Schuppenwurz ist, dass sie erst nach zehn Jahren erstmals blüht. Die orchideenartigen, 10 bis 25 Zentimeter hohen Blüten sind rosa bis violett oder rot gefärbt und in einer Traube angeordnet. In kühlen Jahren blüht die Pflanze unterirdisch. Die Blüten werden hauptsächlich von Insekten bestäubt. Mit einer Größe von jeweils ein bis zwei Millimetern sind die Samen der Schuppenwurz recht groß. Sie werden durch Wind, Wasser und Ameisen verbreitet und müssen möglichst nah an die Wurzel des späteren Wirts gelangen. Denn nur wenn die Distanz weniger als einen Zentimeter beträgt, hat die zukünftige Pflanze eine Chance.