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Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Der Spitzwegerich: Pflanze des Monats August 2016

Pflanze mit großer Heilkraft

Der Spitzwegerich ist Pflanze des Monats August 2016. Foto:Larissa Panella

Zur Pflanze des Monats August hat die Umweltstiftung Rastatt den Spitzwegerich (Plantago lanceolata) gewählt. Diese mehrjährige Staude gehört zur Familie der Wegerichgewächse und erreicht Wuchshöhen von zehn bis 60 Zentimetern. Plantago lanceolata ist der lateinische Name der Pflanze. Plantago bedeutet so viel wie „Fußsohle“. Dieser Name ergab sich vermutlich wegen der Ähnlichkeit der Blätter mit einem Fußabdruck. Schon bei den Indianern war der Wegerich unter dem Namen „Fußstapfen des weißen Mannes“ bekannt. Tatsächlich heften sich die klebrigen Samen des Spitzwegerichs auch gerne an menschliche Fußsohlen, um seine Verbreitung ins Umland zu fördern.

Der Spitzwegerich verfügt über speerartige Blätter. Foto: Larissa Panella.

Pflanze mit speerartigen Blättern

Leicht zu erkennen ist der Spitzwegerich an seinen langen, schmalen Blättern, die schon am Anfang des Frühjahrs wie Lanzen aus dem Boden sprießen. Diese 30 bis 40 Zentimeter langen, leicht behaarten Blätter stehen in einer Grundrosette und besitzen an ihrer Unterseite drei bis sieben Blattrippen. Zwischen Mai und September bildet die Pflanze unscheinbare, weiß-bräunliche Blüten aus, die sich an einem walzigen Blütenstand befinden. Diese ährigen Blütenstände wiederrum sitzen auf langen, blattlosen Stängeln. Von August bis Oktober sind außerdem circa einen Millimeter lange schwarzbraune Samen zu erkennen. Unterirdisch verzweigt sich der Spitzwegerich durch fein verästelte Wurzeln, die bis zu 60 Zentimeter weit in die Erde reichen können. Der Spitzwegerich ist eine sehr widerstandsfähige Pflanze und vermehrt sich schnell. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich deshalb auch über weite Teile Europas, sowie Asiens. Man findet den Spitzwegerich an trockenen Wegrändern, auf Wiesen und Brachflächen, sowie an Waldlichtungen. Selbst in Höhen von 1800 bis 2100 Metern wächst und gedeiht er.  

Unauffällige Pflanze mit großer Heilkraft

Bereits in der Antike und im Mittelalter wurde der Spitzwegerich sehr geschätzt und durch sein breites Spektrum an Heilwirkungen bei vielen inneren und äußeren Beschwerden eingesetzt. Auch heute noch spielt er in der Naturheilkunde eine große Rolle. Dort heißt es auch „Der Spitzwegerich heilt mit seinen goldenen Fäden“. So hat er sich beispielsweise als „grünes Pflaster“ bei Schürfwunden oder juckenden Mückenstichen bewährt: Dazu wird ein sauberes Blatt des Spitzwegerichs eingerollt, sodass der Pflanzensaft austritt. Das Blatt wird anschließend auf die Wunde gelegt und mit einem Pflaster oder einem zweiten Blatt auf der Haut fixiert. Die entzündungshemmenden, blutungsstillenden und antiseptischen Inhaltsstoffe des Spitzwegerichs helfen, den Juckreiz zu unterbinden, an den offenen Stellen Entzündungen zu verhindern und die Wundheilung zu fördern. Auch bei Erkältungsbeschwerden, Bronchitis und hartnäckigem Husten wird dem Spitzwegerich eine Heilkraft nachgesagt. Bei diesen Beschwerden empfiehlt es sich, den Spitzwegerich in Form von Hustenbonbons oder einer Teemischung zu sich zu nehmen.

Der Spitzwegerich als Bestandteil im Tee, Sirup oder Salat

Aus Spitzwegerich lässt sich mit wenig Aufwand ein Tee herstellen, der anschließend zum Trinken oder bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum auch zum Gurgeln verwendet werden kann: Dazu nimmt man zwei Esslöffel der getrockneten Spitzwegerichblätter und setzt diese mit einem Liter Wasser auf. Dies lässt man drei Minuten kochen und anschließend zehn Minuten ziehen. Vor allem in der kalten Jahreszeit empfiehlt sich der Spitzwegerichsirup als pflanzlicher Hustenlöser, Schleimlöser und Entzündungshemmer. Die Blätter des Spitzwegerichs eignen sich auch als Salatbeigabe. Dazu werden die Blätter quer zu den Blattadern kleingeschnitten und dem Salat dazugegeben. Am besten entfaltet sich der Geschmack mit anderen essbaren Wildpflanzen, wie Gänseblümchen, Giersch oder Löwenzahn.

Für den Wegerich-Scheckenfalter ist der Spitzwegerich die Hauptnahrungsquelle

Besonders beliebt ist der Spitzwegerich - sowie die ihm verwandten Arten Breitwegerich und Mittelwegerich - bei den sogenannten Wegerich-Scheckenfaltern. Die Weibchen dieses Falters legen ihre Eier für gewöhnlich an die Unterseite der Futterpflanze ab. Dort leben die Jungraupen zunächst in einem Gespinst. Später dient ihnen der Spitzwegerich als Hauptnahrung. Mittlerweile wird der Wegerich-Scheckenfalter als gefährdet eingestuft.