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Gewöhnlicher Beinwell (Symphytum officinale )

Der Gewöhnliche Beinwell - Pflanze des Monats Dezember 2017

Der Knochenheiler aus der Natur

Der Beinwell hilft bei Gelenkbeschwerden.Foto_Tigerente at German Wikipedia
Der Beinwell hilft bei Gelenkbeschwerden.Foto_Tigerente at German Wikipedia

Zur Pflanze des Monats Dezember hat die Umweltstiftung Rastatt den Gewöhnlichen Beinwell (Symphytum officinale) gewählt. Er wächst vor allem an feuchten, nährstoffreichen Standorten wie sumpfigen Gebieten, Auen, Bachufern, Gräben oder feuchten Weg-, Wald-, und Heckenrändern. Die ausdauernde, kräftige Pflanze erreicht eine Höhe von etwa einem Meter. Kennzeichnend ist ihre raue Behaarung, ein typisches Merkmal der Familie der Raublattgewächse.

Der Geruch der Blätter ähnelt dem einer Gurke

Der Gewöhnliche Beinwell ist über ganz Europa, Mittelasien und Nordafrika verbreitet. Während die Grundblätter gestielt sind, laufen die oberen, direkt am Stängel sitzend, weit herab. Der Geruch der Blätter ähnelt dem von Gurken. Schön anzusehen sind die spiralförmig aufgedrehten, meist überhängenden Blütenrauben, bei denen sich jede einzelne Blüte nach und nach entwickelt. Die Blütenfarbe der Einzelblüten ist meist violett, manchmal auch gelb oder weiß. Die Hauptblütezeit ist von Mai bis Juli. Die Frucht teilt sich in vier, glänzend schwarze Teilfrüchte auf.

Knochenheiler aus der Natur

Der Gewöhnliche Beinwell gilt von alters her als Heilpflanze. Er ist auch unter den Namen „Beinwurz“ oder „Wallwurz“ bekannt. Dies kommt von den althochdeutschen Wörtern für Knochengerüst „Gebein“ - beziehungsweise dem Verb „wallen“ – das zusammenheilen bedeutet. Aus heutiger Sicht medizinisch anerkannt ist die äußere Anwendung bei Zerrungen, Prellungen und Verstauchungen sowie bei Schmerzen und Schwellungen der Muskeln und Gelenke, bei Sehnenscheidenentzündungen und Gelenkarthrosen. Klinische Studien haben eine erfolgreiche Anwendung bei schmerzhaften Muskel- und Gelenkbeschwerden, Zerrungen, Prellungen, Verstauchungen (nach Abklingen der akuten Phase) sowie eine durchblutungsfördernde Wirkung bestätigt. Für die äußere Anwendbarkeit wird meist ein Fluidextrakt der Beinwellwurzel vor allem in Salben, Gels und Umschlagpasten verarbeitet. Die wund- und gelenksheilende Wirkung wird vor allem dem Allantoin zugeschrieben, das die Bildung von neuem Knochengewebe sowie die Zellerneuerung und Gewebsregenerierung fördert.

Von innerlicher Anwendung wird abgeraten

Traditionell wurden die Wurzeln und Blätter auch innerlich bei Lungenbeschwerden, Rachen- und Magenschleimhautentzündung sowie bei Magengeschwüren und Blutungen verwendet. Von der innerlichen Anwendung raten die heutigen Ärzte dringend ab, da die in der Pflanze enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide in hohen Konzentrationen krebserregend wirken und die Leber angreifen.

Verwechslung mit Fingerhut möglich

Erntezeit der Wurzeln, ist der Herbst oder der Winter. Aber Vorsicht bei der Ernte: Die nicht-blühende Blattrosette des Gewöhnlichen Beinwells lässt sich leicht mit der des sehr giftigen Fingerhutes verwechseln. Im Gegensatz zu den Blättern des Beinwells, sind die Blätter des Fingerhutes weich behaart und duften nicht nach Gurke.

Tipp: Der Dezember ist eine hervorragende Zeit, um die Wurzeln von Heilpflanzen wie dem Beinwell zu ernten. Der Grund: in der kalten Jahreszeit haben die Pflanzen ihre Vitalstoffe in die Wurzeln zurückgezogen, um so ihre Versorgung über den Winter zu sichern