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Winterlinde (Tilia cordata)

Winterlinde - Pflanze des Monats Dezember 2016

Der Baum der Liebenden

Das Holz der Winterlinde wird häufig für Altare verwendet. Foto: Helena Hamann

Zur Pflanze des Monats Dezember 2016 hat die Umweltstiftung Rastatt die Winterlinde (Tilia cordata) gewählt. Linden zählen in Deutschland und Mitteleuropa zu den häufigsten Baumarten. Im Verbreitungsgebiet der Umweltstiftung gibt es zwei häufige Arten der Linde, die Sommerlinde und die Winterlinde, die sich in verschiedenen Merkmalen voneinander unterscheiden. Die Winterlinde hat eine deutlich geringere Wuchshöhe, sie wird nur etwa halb so groß wie die Sommerlinde. Außerdem sind die Blätter der Winterlinde im Gegensatz zu der der Sommerlinde eher rund, die der Sommerlinde herzförmig. Die Blütezeit der Winterlinde beginnt im Juni, und damit circa zwei Wochen später als bei ihrer Schwester. Dann kann man den honigartigen Geruch der Blüten wahrnehmen. Diese Blüten hängen in Rispen mit maximal zwölf Blüten. Die kleinen, runden Nussfrüchte, die sich aus den weiß-gelben Blüten bilden, sind deutlich weicher als die der Sommerlinde und lassen sich außerdem mit den Fingern zerdrücken. Die Krone der Linde bietet einen guten Lebensraum für Vögel. Die Blüten der Linde sind zudem sehr beliebt bei Bienen, aber auch Nachtfalter besuchen sie häufig.

Heiligenholz für Altare

Das Holz der Linde wird auch als Heiligenholz bezeichnet, da aus dem weichen, hellen und relativ leichten Holz oft Altare und Wandfiguren in Kirchen gefertigt werden. Das Holz lässt sich gut bearbeiten, da es so weich ist.

Linden sind ein typischer Baum in deutschen Städten

Linden werden oft in der Stadt gepflanzt, da sie sehr pflegeleicht sind. In Alleen und Parks sind sie häufig zu finden. Sie können ein hohes Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen. Allerdings sind sie aufgrund ihres klebrigen Saftes, der bei der Blüte zu Boden tropft, bei manchen Menschen unbeliebt. Dieser Saft hinterlässt seine Spuren auf Autos und Fahrrädern, die unter den Bäumen stehen. Der Saft lässt sich aber mit Wasser leicht entfernen.
Der Name „zur Linde“ ist außerdem der beliebteste deutsche Gasthausname. Des Weiteren gibt es zahlreiche Ortsnamen und Personennamen, die mit der Linde in Verbindung stehen. Außerdem hat die Linde genauer deren Blüten eine große Bedeutung in der Naturheilkunde. So wird daraus Lindenblütenhonig und Lindenblütentee hergestellt. Die Lindenblüten sollen als Tee Husten lindern, außerdem sagt man ihnen eine schweißtreibende Wirkung nach.

Die Linde ist ein Symbol für Liebe

Die Symbolik der Linde für Liebe geht vermutlich auf eine Erzählung von Philemon und Baucis zurück, die von einem alten Ehepaar handelt, dessen größter Wunsch es war, gemeinsam zu sterben. Denn beide wollte nicht den Tod des anderen ertragen müssen. Zum Ende dieser Erzählung werden die beiden durch Zeus in Bäume verwandelt. Dabei wird er in eine Eiche verwandelt und sie in eine Linde. Auch die herzförmigen Blätter unterstreichen die Symbolik der Linde als Baum der Liebe.