• DE

Gewöhnliche Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)

Das Gewöhnliche Hirtentäschel - Pflanze des Monats Februar 2017

Das Kreuzblütengewächs blüht das ganze Jahr hindurch

Die "Gewöhnliche" Pflanze hat ungewöhnliche Eigenschaften - Sie blüht selbst im Winter. Foto: Stadt Rastatt.

Zur Pflanze des Monats Februar 2017 hat die Umweltstiftung Rastatt das gewöhnliche Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) gewählt. Die Bezeichnung "gewöhnlich" bezieht sich darauf, dass die Pflanze weit verbreitet ist. Seinen Namen hat das Kraut aufgrund seiner dreieckigen Schoten, die Ähnlichkeit haben mit den früher von Hirten getragenen Ziegenfelltaschen. Die Pflanze wird auch Herzelkraut oder Täschelkraut genannt. Die Früchte in Herzchenform sind schon für Kinder ein sicheres Erkennungsmerkmal. Das gewöhnliche Hirtentäschel ist in Eurasien beheimatet, kommt aber auch in Nordafrika vor. Die weitverbreitete Pflanze findet man auch im Wirkungsgebiet der Umweltstiftung (Stadt Rastatt, Muggensturm, Ötigheim, Steinmauern und Iffezheim). Die Pflanze ist dünn, unscheinbar und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 40 Zentimetern, auf sehr nährstoffreichem Boden auch bis zu 70 Zentimetern.

Die Pflanze blüht auch im Winter

Da die Pflanze sehr kälteresistent ist, kann man sie sogar im Winter blühen sehen. Durch ihre lange Blütezeit hat das Gewöhnliche Hirtentäschel bis zu 60.000 Samen pro Jahr. Die Blüten der Pflanze sind weiß und traubenartig angeordnet. Nach der Blüte entwickeln sich die typischen Schoten mit je zehn bis zwölf Samen. Das Hirtentäschel gehört zusammen mit vielen unserer wichtigen Kulturpflanzen wie beispielsweise Kohl, Raps, Rettich, Radieschen und Senf zu den Kreuzblütengewächsen. Des Weiteren ist das Kraut sehr anpassungsfähig, es wächst auf Äckern und Brachflächen, in Gärten und Wegrändern und sogar zwischen Pflastersteinen oder in Mauerfugen.

Giftige Pflanze mit verschiedenen Anwendungsbereichen

Man sagt dem Hirtentäschel nach, dass es leicht blutstillend sei. Weitere, nicht so bekannte Wirkungen der Pflanze sind, dass sie verdauungsfördernd, gegen Rheuma und Gicht, sowie gegen Nasenbluten und Ekzeme helfen soll. Man sagt, dass das Hirtentäschel giftig ist. Aus diesem Grund sollte man es keinesfalls ohne Rat des Arztes, und genaue Angaben zu Anwendung und Dosierung, verwenden. Außerdem sollte die Pflanze von Frauen nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, da die Inhaltsstoffe der Pflanze wehenfördernd sind. Die bekanntesten Anwendungsarten in der Heilkunde sind als Tee oder Tinktur. Dafür verwendet man von der Pflanze alles,außer der Wurzel.

Wird auch zum Kochen verwendet

Das gewöhnliche Hirtentäschel wird auch zum Kochen verwendet, dort geben die jungen Blätter des Gewöhnlichen Hirtentäschels Salaten einen pikanten rettichartigen Geschmack, die Samen und Früchte können wie Pfeffer verwendet werden.