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Weiße Taubnessel (Lamium album)

Die Weiße Taubnessel - Pflanze des Monats Februar 2018

Bonbon am Wegesrand

Die Blüten der Weißen Taubnessel sind sehr zuckerhaltig und können ausgesaugt werden. Foto_Umweltstiftung Rastatt.
Die Blüten der Weißen Taubnessel sind sehr zuckerhaltig und können ausgesaugt werden. Foto_Umweltstiftung Rastatt.

Zur Pflanze des Monats Februar 2018 hat die Umweltstiftung Rastatt die Weiße Taubnessel (Lamium album) gewählt. Sie gehört zur Familie der Lippenblütengewächse. Im Gegensatz zur Brennnessel hat sie keine Brennhaare und ist nicht direkt mit ihr verwandt. Den Beinamen Nessel trägt sie, weil ihre Blätter denen der Brennnessel ähneln. Leicht voneinander unterscheiden lassen sich die beiden Pflanzen anhand des Stängels. Dieser ist bei der Weißen Taubnessel vierkantig.

Die winterharte, weiße Taubnessel ist eine mehrjährige Pflanze und wächst überwiegend in Wildkräuterfluren, an Hecken, Wald- und Wegrändern, und manchmal auch an Mauern. Sie bevorzugt nährstoffreiche und etwas feuchte Standorte. An den 15 bis 60 Zentimeter hohen vierkantigen Stängeln sitzen die kreuzgegenständig herzförmigen Blätter, die einen stark gesägten Blattrand aufweisen.

Blütezeit von April bis November

Die Blütezeit ist sehr lang. Diese erstreckt sich von April bis in den späten November. Bei milder Witterung, wie in diesem Jahr, kann man sie sogar im Januar und Februar im blühenden Zustand beobachten. Die weißen, zwei bis zweieinhalb Zentimeter großen Blüten sind quirlförmig angeordnet und besitzen die für die Pflanzenfamilie typischen Ober- und Unterlippen, wobei die gewölbte Oberlippe die Unterlippe überthront.

Die Blüten der Taubnessel locken allerlei Insekten an. Deshalb wird sie auch als „Bienensaug“ bezeichnet. Dabei können nur Insekten mit langen Rüsseln beispielsweise Hummeln, an den tiefliegenden Nektar am Grunde der Blütenröhre gelangen. Doch einige gewiefte Nektardiebe bohren den Blütengrund von außen an und gelangen so an das süße Futter. Mancherorts wird die Weiße Taubnessel auch Zuckerblume genannt. Kleine Kinder mögen die süßen Blüten des Lippenblütlers und saugen den Nektar aus. Die Weiße Taubnessel wird so zum Bonbon am Wegesrand.

Entzündungshemmende Wirkung

Die weiße Taubnessel ist nicht nur schön und hat zuckersüßen Blüten, ihre jungen Triebe werden in der Volksmedizin auch bei Frauenkrankheiten und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Abgekocht als Umschlag soll sie bei Hautschwellungen, Beulen und Krampfadern helfen. Sie weist entzündungshemmende Wirkungen auf, was durch Tierversuche bewiesen wurde. Hildegard von Bingen schrieb einst über diese Heilpflanze: „Wer sie genießt, lacht gern, denn ihre Wärme, die auf die Milz einwirkt, erheitert das Herz.“

Die jungen Triebe der Weißen Taubnessel können als Gemüse verwendet werden. Im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt, das sind die Stadt Rastatt und die Gemeinden Steinmauern, Ötigheim, Kuppenheim und Iffezheim, kommen weitere Taubnesselarten vor. So die Goldnessel mit ihren goldgelben Blüten, die Gefleckte Taubnessel und die Purpurrote Taubnessel.