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Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

Gemeine Esche - Pflanze des Monats Januar 2016

Die Esche - Ein wichtiges Hartholz in den Auenwäldern

Zur Pflanze des Monats Januar hat die Umweltstiftung Rastatt die Gemeine Esche gewählt. Sie wird auch Gewöhnliche Esche oder -aufgrund ihrer Wuchshöhe- Hohe Esche genannt. Die Esche kann bis zu 300 Jahre alt werden und wurde 2001 als Baum des Jahres ausgezeichnet.

Ein wichtiges Hartholz unserer Auenwälder

Bereits seit Jahrtausenden ist die Esche in Mitteleuropa heimisch. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 40 Meter, zählt sie außerdem zu den größten Laubbäumen Europas. Sie besiedelt Standorte, die periodisch überflutet werden können und bevorzugt frische bis feuchte Böden, weshalb sie häufig in Bachtälern oder auch in Auwäldern wie zum Beispiel in der Rastatter Rheinaue vorkommt. Im Bereich der Hartholzaue wachsen neben der Gemeinen Esche beispielsweise auch Stieleichen und Flatterulmen, da sie dort durch die Wechselfeuchtigkeit ideale Wachstumsbedingungen finden.

Begehrtes und wertvolles Edellaubholz

Die Esche zählt, genau wie die Sträucher Liguster und Flieder, zur Familie der Ölbaumgewächse. Bei älteren Bäumen gleicht das Holz häufig dem des Olivenbaums, jedoch ist es wesentlich witterungsresistenter, weshalb es zur Möbelherstellung besonders beliebt ist. Außerdem hat Eschenholz eine hohe Rohdichte und übertrifft sogar die Eiche in Zugfestigkeit und Biegfestigkeit. Daher wird das Holz der Esche schon seit Jahrhunderten bei der Herstellung von Stielen von Werkzeugen und Geräten unter anderem von Besen und Beilen, aber auch für Waffen verwendet. Häufig werden auch Sportgeräte, wie Ski, Schlitten, Barrenholme oder Billard-Kös, aus dem strapazierfähigen Eschenholz gefertigt.

Charakteristische Fiederblätter und Flügelnüsse

Normalerweise stehen sich die fünf bis zehn Zentimeter langen Eschenblätter an einem Stiel exakt gegenüber. Der etwa 40 Zentimeter lange Stiel kann bis zu 15-fach gefiedert sein. Aufgrund dieses außergewöhnlichen Aussehens, spricht man bei den Blättern der Esche auch von Fiederblättern oder Fiederblättchen.Die Früchte der Gemeinen Esche sind Flügelnüsse. Das bedeutet, dass die Früchte durch die Flügel zu Schraubenfliegern werden –der wohl bekannteste Schraubenflieger ist der Ahorn. Sie fallen den ganzen Winter aus der Krone und können durch ihre Flügel Entfernungen von bis zu 125 Meter vom Mutterbaum zurücklegen. Ein Rätsel um die Esche Schaut man in dichtbesiedelten Wäldern in Richtung Boden, so wachsen die Eschen dort, wie die Haare auf dem Kopf. Schaut man jedoch nach oben, dann fehlt die Esche. Der Grund für dieses Phänomen ist eine besondere ökologische Strategie des Baumes: Eschen versuchen um jeden Preis, so schnell wie möglich in die Höhe zu wachsen und vermeiden dabei möglichst alle Verzweigungen. Im Extremfall wurden schon zehn Meter große Eschen, mit einem Stammdurchmesser von drei Zentimetern, angelehnt an andere Bäume, gefunden. Auf Wiesen und in Hecken schafft es die Esche so, möglichst schnell und viel Licht zu bekommen. In geschlossenen Wäldern ist dies jedoch oft verhängnisvoll für junge Eschen, da sie das Kronendach nicht erreichen können und deshalb absterben.

Die Esche in der Heilkunde

Besonders die Blätter der Esche eignen sich zur Behandlung von Rheuma und Gicht. Es lässt sich leicht ein Tee zubereiten, der blutreinigend und wassertreibend wirkt. Die abgeschabte Rinde der Esche hat außerdem blutstillende Wirkung. Als „Wundholz“ eignet sich die Eschenrinde so vor allem bei Schnittwunden.

Die Welten- Esche Yggdrasil als Weltenbaum, Himmelsstütze und Weltachse

In der Mythologie wird Bäumen häufig eine symbolhafte Bedeutung zugesprochen. Nicht selten sind sie Zeichen von Fruchtbarkeit und Leben oder werden als eine Art Zwischenstellung zwischen Himmelreich und Erdreich gesehen.  In der nordisch- germanischen Mythologie kommt diese Bedeutung der Welten- Esche Yggdrasil zu: Als Weltenbaum steht sie im Mittelpunkt des Weltbildes, verkörpert drei verschiedene Welten- Himmel, Erdenwelt und Unterwelt- und verbindet sie miteinander.