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Kornblume (Centaurea cyanus)

Die Kornblume: Pflanze des Monats Juli 2016

Leuchtend blaue Farbenpracht

Auffällig sind die leuchtend blauen Blüten der Kornblume / Foto: Larissa Panella.

Zur Pflanze des Monats Juli 2016 hat die Umweltstiftung Rastatt die Kornblume (Centaurea cyanus) gewählt. Diese einjährige, krautige Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler und erreicht eine Größe von 20 Zentimetern bis zu  einem Meter. Bereits in der antiken Mythologie hat die Kornblume eine Bedeutung. So kann ihr botanischer Name Centaurea cyanus aller Wahrscheinlichkeit nach auf den Centauren Chiron zurückgeführt werden, welcher in der antiken Mythologie als Weiser und Heiler galt, da er Wunderheilungen vollbrachte. In der Epoche der Romantik wurde die Kornblume häufig als Sinnbild für Sehnsucht, Geheimnis, Naturverbundenheit und dem Streben nach Unendlichkeit und Liebe verstanden.


Blaue Farbtupfer erfreuen das Auge
Charakteristisch für die Kornblume sind ihre leuchtend blauen Blüten, die sie von Mai bis Oktober ausbildet. Diese Blüten erfreuen nicht nur das Auge, sondern dienen auch als Nahrungsquelle für Schmetterlinge, Hummeln und Bienen. Im Herbst entwickeln sich daraus die Samen. Die Kornblume besitzt einen kantigen Stängel mit schmalen Laubblättern, die wechselständig angeordnet sind. Stängel und Blätter sind weißgrau-filzig behaart. Kornblumen bevorzugen nährstoffreiche, aber kalkarme Böden. Man findet sie daher häufig auf Unkrautfluren, Schuttplätzen und an bewirtschafteten Feldrändern.

Die Verbreitung der Kornblume
Ursprünglich stammt die Kornblume aus Südeuropa. In ihrer Lebensweise und Standortansprüchen ist sie gut an die Bewirtschaftungsansprüche von Getreide angepasst. Auf diese Weise hat sie sich im Laufe der Zeit als sogenannter Kulturfolger mit dem Getreidesaatgut weit verbreitet und bereichert nun als Ackerwildkraut die hiesige Flora. Seit der Technisierung der Bodenbearbeitung, intensiverer Düngung der Getreidefelder, Saatgutreinigung und Pestizideinsatz, ist die Kornblume in Ackerlandschaften zunächst selten geworden. An biologisch bewirtschafteten Feldrändern ist sie mittlerweile wieder häufiger anzutreffen. Vermehrt findet sie auch in Gartenbeeten und auf angelegten Wildblumenwiesen auf denen sie als Bestandteil von Saatmischungen ausgebracht wurde. In der freien Landschaft sollte sie aufgrund ihrer Seltenheit nicht gepflückt werden.

Ackerwildkräuter sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Insekten
Noch vor 100 Jahren hat es in Deutschland Feldflure voller Wildblumen wie der Kornblume gegeben. Als Ackerwildkräuter oder Ackerbegleitflora waren sie durch viele Jahrhunderte hindurch allgegenwärtiger Begleiter der Nahrungsmittelproduktion. Blütenreiche Ackerbegleitflora bereichert zum einen das Landschaftsbild, zum anderen ist sie eine wichtige Nahrungsgrundlage für zahlreiche Insekten, verschiedene Käferarten, kleine Säugetiere und Vögel. Vor allem als Bienen- oder Schmetterlingsweide sind die Ackerwildkräuter von Bedeutung. Ackerwildkräutern einen Platz auf unseren Äckern einzuräumen leistet außerdem einen Beitrag die Artenvielfalt zu erhalten, sowie Bewusstsein und Sensibilität für die Natur zu schaffen. 

Kornblumentee ist gut für die Verdauung / Foto: Larissa Panella.

Kornblumen wird eine Heilkraft nachgesagt
Der Kornblume wird eine heilende Wirkung bei vielfältigen Beschwerden nachgesagt. Verwendet werden dabei die Blüten, Blütenköpfe und Blütenstände. Mit Verweis auf die positive Wirkung der enthaltenen Bitter- und Gerbstoffen wurde sie beispielsweise zur Behandlung von Verdauungsproblemen verwendet. Außerdem sollen die Inhaltsstoffe der Pflanze sowohl die Schleimhäute beruhigen und somit Beschwerden wie Husten lindern als auch auch bei Hautproblemen von Nutzen sein. Der tatsächliche nachgewiesene medizinische Wert ist allerdings gering. Da die blauen Blüten Teemischungen optisch aufwerten, wird sie diesen gerne als sogenannte Schmuckdroge beigegeben.

Gesunder Kornblüten-Tee
Kornblütentee fördert den Appetit und wirkt verdauungsstärkend. Es empfiehlt sich demnach, den Tee zu den Mahlzeiten zu trinken. Dazu benötigt man pro 250 Milliliter Wasser lediglich einen Esslöffelt mit Blüten der Kornblume. Den Tee sollte zehn Minuten lang ziehen, bis er getrunken werden kann.Der Tee eignet sich aber nicht nur zum Trinken: Bei geschwollenen Augen beispielsweise empfiehlt es sich, den Tee in Form einer Kompresse anzuwenden. Als Gesichtswasser eignet sich der Tee ebenfalls bei gereizten oder unreinen Hautstellen im Gesicht.

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