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Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides)

Gelbes Windröschen – Pflanze des Monats März 2017

Ameisen als Geburtshelfer

Das Gelbe Windröschen nutzt Ameisen, um seine Samen zu verbreiten. Foto: Stadt Rastatt.

Zur Pflanze des Monats März 2017 hat die Umweltstiftung Rastatt das Gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides) gewählt. Es ist nahe verwandt mit dem Buschwindröschen, das ebenfalls zu den Hahnenfußgewächsen gehört. Beide Arten kommen in Rastatt und Umgebung oft gemeinsam vor und eröffnen im März, wenn die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf den Waldboden fallen,  gemeinsam mit Blaustern und Scharbockskraut, den Blütenreigen.  

Die Pflanze bevorzugt feuchten Boden

Das Gelbe Windröschen wächst besonders in feuchten Laubwäldern, in Gebüschen und Auwäldern. Dabei bevorzugt es grundwasserfeuchten, lockeren, kalkhaltigen Lehmboden. Es ist seltener zu finden, als das Buschwindröschen. Die Pflanze ist mehrjährig und überdauert den Winter, indem Sie alle lebenswichtigen Stoffe, die sie im Vorjahr gesammelt hat, in ihrem Wurzelstock während des Winters speichert und diese im Frühjahr zum erneuten Austreiben nutzt.

Das Gelbe Windröschen unterscheidet sich durch die Blütenfarbe vom Buschwindröschen

Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zwischen Buschwindröschen und Gelbem Windröschen sind die Blüten. Beim Gelben Windröschen sind die fünf Blütenblätter - wie der Name sagt - gelb, beim Buschwindröschen sind sie weiß, manchmal auch rötlich. Im blütenlosen Zustand sind die beiden Arten dagegen auch für Experten nur schwer auseinanderzuhalten. Die Pollen des kleinen Frühblühers dienen vielen Insekten als Nahrungsquelle beispielsweise der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta). Sie gehört zu den wenigen Wildbienenarten, die bereits im März ausfliegen.

Ameisen verbreiten die Samen

Das Gelbe Windröschen ist ein äußerst trickreicher Frühjahrsblüher. Um seine Samen zu verbreiten, hat die Pflanze eine besondere Belohnung für Ameisen entwickelt. Ihre Samen besitzen ein nährstoff- und fettreiches Anhängsel, mit dem Ameisen angelockt werden. Diese sammeln die Samen mit den Anhängseln ein und tragen sie in ihre Nester. Die nach dem Verzehr der Anhängsel übrig bleibenden Samen werden wieder aus den Nestern geschleppt und kommen dann im lockeren Substrat rings um die Nester zur Keimung. Die Ameisen tragen so zur Verbreitung der Pflanze maßgeblich bei. Zusätzlich verfügt die Pflanze über eine weitere Verbreitungsart - sie bildet Ausläufer. Das frische Kraut des Gelben Windröschens schmeckt scharf und ist leicht giftig. Beim Trocknen wird das Gift jedoch abgebaut. Auch bei Hautkontakt mit dem giftigen Saft der Pflanze kann es zu Reaktionen der Haut kommen.