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Die Vogelmiere (Stellaria media)

Pflanze des Monats Mai 2017 – die Vogelmiere (Stellaria media)

Wohlschmeckendes Heilkraut

Die Vogelmiere ist bei Gärtnern unbeliebt, dabie hat die Pflanze einiges zu bieten. Foto: Stadt Rastatt.

Zur Pflanze des Monats Mai 2017 hat die Umweltstiftung Rastatt die Vogelmiere gewählt. Obwohl von Gärtnern nicht gern gesehen, ist dieses Wildkraut für die Menschen sehr nützlich, da es die Erde vor Erosion schützt, gut schmeckt und ein starkes Heilkraut ist. Der Name Vogelmiere leitet sich daraus ab, dass die Samen der Pflanze bei Vögeln im Winter beliebt sind.

Die zierliche Pflanze, die auch unter dem Namen Hühnerdarm, Hühnerabbiss, Mäusedarm oder Vogel-Sternmiere bekannt ist, ist weit verbreitet. Sie ist anpassungsfähig und kommt mit vielen Bodenverhältnissen gut zurecht. Mit ihren bis zu 40 Zentimeter langen Stängeln kann sie sich wie ein grüner Teppich über Gartenbeete und Äcker legen. Auch in Balkonkästen und Blumentöpfen findet man sie häufig, ebenso wie in Wiesen, an Wald- und Wegrändern, Mauern und Zäunen, Schuttplätzen und an Ufern.

Die Pflanze blüht das ganze Jahr

Die Blüten des Nelkengewächses mit ihren fünf zweigeteilten weißen Kronblättern sind nur wenige Millimeter groß und haben die Form kleiner Sterne. Bei günstigen Bedingungen ¬ milde Witterung und ein geschützter Platz ¬ kann die Pflanze das ganze Jahr über blühen. Ein Erkennungsmerkmal der Pflanze ist die einreihige Haarlinie am Stängel. Diese unterstützt die Pflanze bei der Wasserversorgung. Eine Vogelmiere kann bis zu 15 000 Samen pro Generation bilden, pro Jahr können mehrere Generationen wachsen.  Auch eine vegetative Vermehrung durch abgerissene Stängelteile, die sich bewurzeln, ist möglich. Für die Gartenbesitzer bedeutet das, die Vogelmiere wieder loszuwerden, ist fast unmöglich.

Die Vogelmiere wird meist als Unkraut angesehen, dabei ist ihr Nutzen gerade in Weinbergen und Gärten nicht zu unterschätzen, da die Ausläufer den Boden im Sommer vor Austrocknung und im Winter vor Kälte schützen.

Vogelmiere macht sich gut in Kräuterquark und Smoothies

Kulinarisch hat die Pflanze ebenfalls einiges zu bieten. Sie ist reich an Mineralien und Spurenelementen und enthält Vitamin A, Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C, sowie Saponine und Flavonoide. Die Vogelmiere eignet sich als Salatgrundlage und übertrifft normale Kopfsalate mit dem Reichtum ihrer Inhaltsstoffe bei Weitem. Daneben wird die Vogelmiere in Kräuterquark, Kräuterbutter und Aufstrichen verwendet. Zudem passt sie hervorragend zu grünen Smoothies, denn sie ist mild und ganzjährig verfügbar. Gekocht kann das Kraut wie Spinat zubereitet werden.

Nicht nur in der Küche ist die Vogelmiere vielseitig verwendbar, auch als Heilkraut kann sie umfangreich genutzt werden. Schon Pfarrer Kneipp empfahl dieses Kraut bei Lungenleiden, Husten und Hämorrhoiden, denn die kleine Wunderpflanze hat eine reinigende und stärkende Wirkung auf den ganzen Körper. Sie soll verdauungsfördernd, entgiftend, entzündungshemmend und schleimlösend wirken. Vogelmieren-Tee soll zudem gegen Juckreiz und Ekzeme helfen.