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Stechpalme (Ilex aquifolium)

Stechpalme - Pflanze des Monats November 2016

Giftiges immergrün

Die Beeren der Pflanze sind für Mensch und Tier giftig. Foto: Stadt Rastatt.

Zur Pflanze des Monats November 2016 hat die Umweltstiftung Rastatt die Stechpalme (Ilex aquifolium) gewählt. Die europäische Stechpalme wird auch Winterbeere genannt, da sie ihre roten Beeren erst im September bis November bekommt und diese oft bis ins Folgejahr die Zweige schmücken. Sie ist die einzige Art der Stechpalmengewächse, die in Süd-, West- und Mitteleuropa vorkommt. Der Ilex gilt in Baden-Württemberg sowie in ganz Deutschland nicht als gefährdet. Die Stechpalme ist eine immergrüne Pflanze. Daher bietet sie das ganze Jahr einen guten Sichtschutz und ist als Hecke sehr beliebt. Die Pflanze wächst als Busch und hat viele dunkelgrüne Blätter. Sie haben viele kleine Zacken an den Rändern und sind an der Unterseite etwas heller. Außerdem bieten sie Vögeln einen geeigneten Brutplatz, da sie durch die Dornen der Pflanze gut vor Räubern geschützt sind. Zweige der Pflanze werden gerne für Adventskränze oder Adventsgestecke verwendet, aufgrund ihrer schönen roten Beeren und den glänzenden dunkelgrünen Blättern. Die roten Beeren besitzt nur die weibliche Pflanze.

Die Beeren der Stechpalme sind giftig

Bei Haushalten mit Kindern ist von der Verwendung oder dem Pflanzen in Reichweite von Kindern und Haustieren abzuraten, da die Stechpalme sehr giftig ist und besonders die roten Beeren verlockend sind. Beim Verzehr insbesondere der Beeren drohen Erbrechen, Magen- und Darmbeschwerden, außerdem kann schon der Verzehr von etwa 20 Beeren lebensbedrohlich sein, sowohl für Menschen als auch für Tiere.

Da die Blätter das ganze Jahr grün sind,
ist die Stechpalme als Hecke sehr beliebt. Foto: Stadt Rastatt.

Im „Schneckentempo“ entfaltet sie ihre Schönheit

Die Stechpalme erreicht eine Größe von bis zu 15 Metern. Die Pflanze braucht Orte, an denen der Boden immer feucht ist und die Winter mild sind. Ansonsten wächst die Pflanze sowohl an sonnigen Standorten, als auch an halbschattigen. Lange Trockenheit und Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Daher wächst sie in Europa nur dort, wo der Boden immer feucht ist und es ihr nicht zu kalt ist. Die einzelnen Blätter der Stechpalme weisen einen besonderen Unterschied in der Morphologie auf. In der Regel werden die Blätter von oben nach unten immer zackiger an den Rändern. Diese Reihenfolge ist besonders auffällig, wenn man mehrere Blätter, die aus unterschiedlichen Höhen stammen, chronologisch nebeneinander legt. Die Stechpalme wächst langsam. Sie lässt sich aussähen, wobei diese Art der Verbreitung sehr langwierig ist. Etwas schneller geht es, die Pflanze durch Absenker oder durch Steckhölzer ¬ wofür sich Seitentriebe eignen ¬ zu vermehren. Die Stechpalme kann bis zu 300 Jahre alt werden. Sie wird häufig in Parks oder Gärten gepflanzt, da sie sich gut in verschiedene Formen schneiden lässt, kommt aber auch in wilder Form vor. Die Pflanze ist aufgrund ihrer Seltenheit geschützt. Die Stechpalme blüht relativ unscheinbar, sie besitzt in der Blütezeit im Mai bis Juni kleine weiße Blüten, welche sich überwiegend an den Zweigspitzen befinden. Das Holz des Ilex wurde früher zur Herstellung von Messerfurnieren und Spazierstöcken verwendet, da das Holz sich gut lackieren lässt.

Zauber des Ilex

Außerhalb von Europa kommen weitere Arten der Stechpalme vor, welche ebenfalls giftig sind. Der Ilex wurde früher in Amerika bei den Indianern als Rauschmittel verwendet, um mutiger zu werden. Die Volksheilkunde nutzte die Pflanze als abführendes und fiebersenkendes Mittel, aber dies zog oft Vergiftungen nach sich. Außerdem sagt man, dass der Pflanze im Mittelalter Zauberkräfte nach gesagt wurden, so sollten geweihte Zweige, die über der Tür angebracht wurden, das Haus vor Blitz und Donner schützen. Gebundene Ilexzweige werden im katholischen Brauchtum zu Palmsonntag als immergrüne Pflanze anstelle der in unseren Breiten nicht vorkommenden Palmenwedel verwendet.