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Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Pflanze des Monats Oktober 2017 – Der Riesenbärenklau

Giftiger Riese

Sieht schön aus, ist aber gesundheitsschädlich: Der Riesen-Bärenklau kann gefährliche Hautreizungen auslösen.
Sieht schön aus, ist aber gesundheitsschädlich - Der Riesenbärenklau kann gefährliche Hautreizungen auslösen. Foto: Peter Klueber
Der Hautkontakt kann zu verbrennungsähnlichen Hautreizungen führen. Foto: Andreas Blowack.
Bis zu vier Meter hoch wird die Pflanze. Foto: Peter Klueber.

Zur Pflanze des Monats Oktober 2017 hat die Umweltstiftung Rastatt den Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) gewählt. Die auch als Herkulesstaude bekannte Staude wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze in Europa eingeführt. Seine ursprüngliche Heimat ist der Kaukasus. Er wird daher auch als kaukasischer Bärenklau bezeichnet. Inzwischen ist sie in ganz Europa bis nach Nord-Skandinavien verbreitet.

Im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt, das ist die Stadt Rastatt und die umliegenden Gemeinden Steinmauern, Ötigheim, Muggensturm und Iffezheim gedeiht die Pflanze vor allem an Flussufern, Waldwegen, Straßenrändern und an Bahndämmen.

Der Riesenbärenklau ist ob seiner Größe von bis zu vier Metern kaum zu übersehen. Seine weißen Blüten stehen in Dolden, die bis zu 50 Zentimeter Durchmesser erreichen. Der rund zehn Zentimeter dicke Stängel ist rotfleckig und die samt Blattstiel bis zu drei Meter langen Laubblätter sind dreizählig gezackt. Die Hauptblütezeit der Pflanze ist von Juni bis August. Ähnlich im Aussehen ist der nah verwandte, einheimische Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium), dieser wird aber nur rund 120 Zentimeter hoch und hat einen fleckenlosen Stängel.

Gucken ja – anfassen nein

Die Herkulesstaude ist mit ihrer üppigen weißen Blütenpracht eine Schönheit, doch sie ist gefährlich. Aus Neugier und Unwissenheit berühren viele die imposante Pflanze. Mit fatalen Folgen: Der Saft der Pflanze ist wegen seines Gehaltes an Furanocumarinen giftig - die Pflanze weist diese Giftstoffen auf der gesamten Oberfläche auf - und führt bei Hautkontakt insbesondere unter Sonneneinstrahlung zu ausgeprägten Rötungen, Schwellungen und Blasenbildungen, vergleichbar mit Verbrennungen ersten, zweiten Grades und teilweise sogar dritten Grades. Kommt es zu Augenkontakt mit dem Pflanzensaft, kann es zu schweren Augenschädigungen kommen.

Bei empfindlichen Menschen genügt es schon, mit leichter Bekleidung an eine Staude zu streifen, um schwere Vergiftungserscheinungen davon zu tragen, deren Heilung meist langwierig verläuft. An besonders heißen Tagen soll die Pflanze diese Stoffe auch „ausschwitzen” oder mit dem Blütenstaub abgeben können. Auch für Tiere ist der Riesenbärenklau gefährlich. Bei Spaziergängen mit Tieren sollte die Pflanze gemieden werden.

Erste Hilfe bei Kontakt mit der Giftpflanze

Bei der Berührung, sollte die Haut vor Sonnenlicht geschützt werden und mit Wasser abgewaschen werden. Falls dennoch Hautreaktionen auftreten, ist es ratsam zum Arzt zu gehen.

Der Riesenbärenklau kann sich schnell ausbreiten

Auch Umweltschützer warnen vor dem Gewächs, weil die Staude die heimische Flora bedroht. Der Riesenbärenklau hat eine sehr große Wuchskraft, breitet sich schnell aus und verdrängt hiesige Pflanzen, indem er ihnen das Licht zum Wachsen raubt. Der vom Riesenbärenklau ausgehende ökologische Schaden wird im Vergleich mit anderen invasiven Pflanzen wie beispielsweise der Späten Traubenkirsche, der Gewöhnlichen Robinie oder der Kanadischen Goldrute jedoch eher überschätzt.

Bekämpfung

Zur Beseitigung sind Handschuhe, Schutzkleidung, Schutzbrille und gegebenenfalls Atemschutz erforderlich. Als Vorsichtsmaßnahme sollte in hohen Beständen eine Astsäge oder -schere mit Teleskopstiel verwendet werden, um Verletzungen zu vermeiden. Das Arbeiten bei bedecktem Himmel und nur schwachem Wind ist empfehlenswert. Die Beseitigung sollte mit Vorsicht, Sorgfalt und Sachkunde erfolgen. Kleine Pflanzen können abgemäht werden. Allerdings muss diese Arbeit regelmäßig wiederholt werden, weil die Pflanze nachwächst. Alle Pflanzenreste sollten sorgsam im Restmüll entsorgt werden.