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Gemeiner Odermennig (Agrimonia eupatoria)

Gemeiner Odermennig - Pflanze des Monats September 2016

Anspruchslose Heilpflanze

Die unscheinbare Pflanze soll bei vielen Leiden helfen.

Zur Pflanze des Monats hat die Umweltstiftung Rastatt den Gemeinen Odermennig (Agrimonia eupatoria) ernannt. Dieser ist auch bekannt als Ackerkraut oder Kleiner Odermennig  und gehört zur Familie der Rosengewächse. Der Odermennig ist bis in Höhenlagen von 1600 Metern anzutreffen, er verträgt nur wenig Schatten und mag keine sauren Böden. Die Pflanze, die in Europa und im nördlichen Teil Asiens vorkommt, wächst gut auf nährstoffarmen, lockeren und kalkhaltigen Böden. In Mitteleuropa ist sie winterhart. 

Die Pflanze hat kleine gelbe Blüten

Die Pflanze ist sommergrün und erreicht eine Größe von 15 bis 150 Zentimetern. Die Wurzeln reichen bis tief in den Boden, die Blätter sind versetzt am Stiel angeordnet, der gewöhnliche Odermennig besitzt sowohl am Stil als auch an der Blattunterseite kleine Drüsenhaare. Die kleinen, gelben Blüten des gemeinen Odermennigs sind meist zwischen Juli und September zu sehen. Ende August bis Ende September bilden sich aus den Blüten der Pflanzen kleine Klettfrüchte, welche genau wie bei Kletten durch Tiere verbreitet werden können. Die Pflanze ist relativ anspruchslos und wächst auch auf trockenem Boden, sie benötigt viel Sonne und wächst vor allem auf Magerwiesen und an Waldrändern.

Odermenning soll bei Leberleiden helfen

Odermennig ist verwandt mit dem Mädesüß oder dem Wiesenknopf. „Eupatoria“ ist der Name für die Pflanze, der in der Antike verwendet wurde, er bezieht sich wohl auf die medizinische Verwendung bei Leberleiden, vom griechischen eu, was gut bedeutet und hepatorion,  gegen Leberleiden helfend. Die Gattung Odermennig beinhaltet 15 verschiedene Pflanzenarten. In Deutschland wächst kommen zwei Arten vor, der  gemeine Odermennig und der große Odermennig (Agrimonia procera).

Unauffällige Pflanze biete viele Einsatzmöglichkeiten

Der Odermennig ist eine eher unbekannte Pflanze, welche zwar als Heilkraut gilt, aber dennoch in der Küche kaum Verwendung findet. Dies liegt daran, dass die Blätter der Pflanze bitter und schwer zu kauen sind. In der Vergangenheit wurde der Odermennig häufig als Arzneipflanze verwendet. Der Odermennig ist als Heilpflanze teilweise in Vergessenheit geraten, wird aber heute noch in der Volksmedizin verwendet. Außerdem findet er Anwendung in der Homöopathie, dort wird er beispielsweise zur Behandlung von Bronchitis verwendet. Aufgrund seiner wirksamen Inhaltsstoffe besitzt der Odermennig eine milde adstringierende (zusammenziehende) und entzündungshemmende Wirkung. Innerlich wird die Pflanze eingesetzt zur Therapie von leichten Durchfallerkrankungen und zur Behandlung von Entzündungen im Mund- und Rachenbereich. Äußerlich kommt er bei Entzündungen der Haut zum Einsatz. Odermennig kann neben der Anwendung als Tee oder warmer Umschlag auch zum Gurgeln benutzt werden unter anderem bei Entzündungen im Mundbereich. Umschläge versprechen außerdem Linderung bei juckender Haut.

Seine Inhaltsstoffe verringern die Wirkung von Medikamenten

Da der Odermennig für eine verringerte Wirkung anderer Medikamente sorgt, und diese sogar gänzlich behindern kann, sollte man sich vorher über Dosierung und Anwendung beim Arzt oder Apotheker informieren. Gleiches gilt für den Konsum des Odermennigtees. Aufgrund seiner vielen  Gerbstoffe kann es bei Überdosierung zu Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden kommen.

Odermennig färbt Stoffe gelb

Der Odermennig kann auch zum Färben von Stoffen benutzt werden. Verwenden lässt sich sowohl die ganze Pflanze als auch nur die Wurzel. Auf mit Alaun vorgebeizter Wolle wird mit Odermennig ein gelber Farbton erzielt. Die Farbe ist jedoch nur mittelmäßig licht- und waschecht. Die Intensität des gelben Farbtons lässt sich durch die Erntezeit der Pflanze beeinflussen, je später man die Pflanze im Herbst erntet desto dunkler wird der Farbton.