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Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Schwarzer Holunder - Pflanze des Monats September 2015

Frau Holle läßt grüßen

Zur Pflanze des Monats September 2015 hat die Umweltstiftung Rastatt den Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) gewählt. Der Schwarze Holunder gehört zu den Geißblattgewächsen. Weitere Vertreter dieser Familie sind u.a. die ebenfalls im Verwaltungsraum Rastatt vorkommende Rote Heckenkirsche, der Gemeine und der Wollige Schneeball und die Schneebeere oder Knallerbse.

Der bis zu 8 Meter hoch werdende Strauch oder kleine Baum kann das ganze Jahr über sehr gut an der graubraunen, rissigen Borke und den auffälligen, pustelartigen, dem Gasaustausch dienenden Rindenporen erkannt werden. Auch das weiße, weiche Mark der einjährigen Sprosse macht ihn unverwechselbar.

Im Wirkungskreis der Umweltstiftung Rastatt, das sind Rastatt und die umliegenden Gemeinden Iffezheim, Muggensturm, Ötigheim und Steinmauern, wächst er auf frischen, nährstoffreichen Ton- und Lehmböden in Auwäldern, in Kahlschlägen, in Gebüschen, Hecken. Auch auf Schuttplätzen ist er nicht selten zu finden.

Ende Mai/Anfang Juni fallen die vielen kleinen, in flachen Trugdolden zusammenstehenden Blüten auf. Sie verbreiten einen stark aromatischen Duft. Sie werden von Fliegen, Käfern und Hautflüglern besucht.

Im Spätsommer entwickeln sich die zunächst grünen, dann roten und im reifen Zustand schwarzviolett glänzenden Beeren. Sie besitzen einen burgunderroten Saft, der aus Textilien kaum auswaschbar ist. Vögel z.B. Amseln, Drosseln und Stare aber auch Säugetiere fressen diese Vitamin C-reichen Früchte gerne und sorgen so für die Verbreitung des Holunders. Sie können nämlich nur das weiche Fruchtfleisch verdauen, die Samen bleiben unversehrt.

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Im Spätsommer entwickeln sich die zunächst grünen, dann roten und im reifen Zustand schwarzviolett glänzenden Beeren. Sie besitzen einen burgunderroten Saft, der aus Textilien kaum auswaschbar ist. Vögel z.B. Amseln, Drosseln und Stare aber auch Säugetiere fressen diese Vitamin C-reichen Früchte gerne und sorgen so für die Verbreitung des Holunders. Sie können nämlich nur das weiche Fruchtfleisch verdauen, die Samen bleiben unversehrt.

Blütenstände und Beeren finden vielfach als Nahrungsmittel Verwendung. So können die Blütenstände gut in Pfannkuchenteig eingebacken werden („Hollerkuchen“) bzw. erfrischenden Getränken, Likör und gar Sekt verarbeitet werden. Aus den reifen schwarzen Beeren kann man Gelee, Sirup oder eine feine Holundersuppe herstellen.

Die Früchte dürfen aber keinesfalls vom Strauch gegessen werden. Roh enthalten sie nämlich vor allem in den Samen brechreizerregende und abführend wirkende Substanzen. Durch Erhitzen verlieren die dafür verantwortlichen Stoffe jedoch ihre Wirkung.

Der Schwarze Holunder ist auch eine bekannte Heilpflanze.

Wegen seiner frühzeitig erkannten großen Heilwirkung war er den alten Germanen heilig. Er fehlte in keinem Bauerngarten und ist auch heute noch eine beliebte Gartenpflanze. Der aus den Blüten zubereitete Tee („Fliederblütentee“) ist ein ausgezeichnetes Hausmittel zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten. Er wirkt schweißtreibend und regt die körpereigene Abwehr an. Wegen seiner harntreibenden Wirkung ist er aber auch durchaus ein guter Bestandteil einer Kräuterteemischung für Rheuma, Gicht, Stoffwechselleiden und Hautkrankheiten. Aus den Beeren lässt sich ein wirksamer Hustensaft zubereiten.

Seinen Namen hat der Holunder nach der Erdgöttin Holla - bekannt aus dem Märchen „Frau Holle“. Ihr weihten die Germanen den Strauch. Man vermutete, dass sie sich darin aufhielte und ihn so mit geheimnisvoll schützenden Kräften ausrüste. Früher durfte bei keinem Bauernhaus ein Holunderbusch fehlen, da er Unheil von Haus, Hof und Vieh fernhalten sollte.

Neben dem Schwarzen Holunder kommen in Baden-Württemberg noch zwei weitere Holunderarten vor: der Zwerg-Holunder und der Rote Holunder oder Traubenholunder. Der im Oberrheingebiet selten vorkommende Zwergholunder ist in allen Pflanzenteilen giftig, insbesondere die Samen der schwarzen Früchte. Er ist vom Schwarzen Holunder durch seinen unangenehmen Geruch, besonders beim Zerreiben der Blätter, zu erkennen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist: Der Zwergholunder ist im Gegensatz zum Schwarzen Holunder eine krautige Pflanze, während der Schwarze Holunder verholzte Zweige und Stämme hat.

Der Rote Holunder unterscheidet sich vom Schwarzen Holunder durch die beim Austrieb bronzefarbenen bis roten Blätter, der Blüten- und Fruchtstand ist eiförmig bis kegelförmig. Außerdem besitzt der Rote Holunder im Gegensatz zum Schwarzen Holunder rote Früchte. Nur diese sind im unreifen Zustand giftig.

Auf die feinen Unterschiede sollte geachtet werden.

Im Zweifelsfall sollten die gesammelten Beeren und andere Pflanzenteile lieber nicht gegessen werden.