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Späte Goldrute (Solidago gigantea)

Späte Goldrute - Pflanze des Monats November 2015

Ursprünglich in Nordamerika beheimatet

Zur Pflanze des Monats November 2015 hat die Umweltstiftung Rastatt die Späte Goldrute (Solidago gigantea), auch Riesen-Goldrute genannt, gewählt. Sie ist eine mehrjährige, gelbblühende krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 2,50 Metern erreichen kann. Diese Eigenschaft macht sie zu einer der größten wildwachsenden Stauden in Deutschland. Ihr rötlicher, kahler Stängel bildet lanzettförmige Blätter aus.

 

Vorkommen im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt

Das Auftreten in dichten Beständen und der typische gelbe Blütenstand in Form einer pyramidenförmigen Rispe machen das Riesengoldrutenkraut unübersehbar. Im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt, das ist die Stadt Rastatt und die Gemeinden Iffezheim, Steinmauern, Ötigheim und Muggensturm, findet man die Späte Goldrute verbreitet in lichten Auenwäldern, an Waldrändern, an Ufern von Bächen und Gräben und auf landwirtschaftlichen Brachflächen, wie z.B. Gärten, Äckern, Wiesen und Magerrasen. Daneben gedeiht sie prächtig auf Böden, die vom Menschen massiv überprägt wurden, wie Schutthalden, Straßenrändern, Bahndämmen etc..

Verwechslungsgefahr

Leicht zu verwechseln ist die Späte Goldrute mit der sehr ähnlichen, ebenfalls gebietsfremden Kanadischen Goldrute (Solidgago canadensis), die auch im Wirkungsbereich der Umweltstiftung vorkommt, aber seltener anzutreffen ist. Der Stängel der Späten Goldrute ist unbehaart, während er bei der Kanadischen Goldrute behaart ist. Unterschiedlich sind auch die Blütezeit und Wuchshöhe.

 

Robuster Neubürger

Ursprünglich stammt die Späte Goldrute, wie übrigens auch die Kanadische Goldrute, aus Nordamerika. Die Art kommt hier ursprünglich in Prärien und lichten Wäldern besonders an feuchteren Standorten vor. Bereits im 18. Jahrhundert wurde sie als Zier- und Gartenpflanze nach Deutschland eingeführt, wo sie schließlich verwilderte oder als Bienenweide auch in der freien Landschaft ausgebracht wurde. Heute ist sie vielfach eingebürgert und fester Bestandteil unserer Naturlandschaft. Solche Pflanzen, die sich in einem Gebiet in dem sie ursprünglich nicht beheimatet waren, aus eigener Kraft heimisch gemacht haben, nennt man Neubürger oder auch Neophyten. Die Ausbreitung im Oberrheingebiet fand in erster Linie im 20. Jahrhundert statt.

 

Gehört zur Familie der Korbblütengewächse

Wie unsere Sonnenblume, das Gänseblümchen oder der Löwenzahn gehört die Späte Goldrute zur Pflanzenfamilie der Korbblütengewächse. Sie bildet mehrere auffallend goldgelbe, körbchenförmige Blütenstände aus, die pyramidenförmig angeordnet sind.

Blüte und Frucht

Die Blütezeit reicht von Ende Juli bis in den Oktober. Die goldgelben Einzelblüten bilden jeweils eine Frucht aus, die mit einem „Fallschirmchen“ - wie man diese z.B. auch von den Früchten des Löwenzahns kennt - ausgestattet ist und so vom Spätherbst bis zum Frühjahr durch den Wind ins Umland verbreitet werden kann. Da die Späte Goldrute mehrere tausende dieser Früchte pro Spross produziert, kann sie sehr gut neue Standorte besiedeln.

 

Ausbreitung durch Wurzelsprosse

Als sogenannter Wurzel-Kriechpionier kann sich die Späte Goldrute sehr gut unterirdisch mit sogenannten Kriechsprossen ausbreiten und stellenweise ausgedehnte dichte Bestände bilden.

 

Bekämpfung

In Pflanzenbeständen können durch das Eindringen der Goldrute die natürliche Artenzusammensetzung erheblich gestört und bei starker Ausbreitung Pflanzenarten komplett verdrängt werden. Deshalb versucht man in besonders schützenswerten Bereichen, z. B. artenreichen Magerwiesen, ihre Ausbreitung einzudämmen. Dies wird erreicht durch mindestens zweimaliges Mähen im Mai und August.

 

Volksheilkunde

In der Volksheilkunde hat die Verwendung der Späten Goldrute bereits lange Tradition. Die Indianer Nordamerikas wussten von ihrer heilenden Wirkung. Von diesen wurde sie u.a. zur Behandlung von Schlangenbissen genutzt. Heutzutage wird sie wegen ihrer harntreibenden, sowie entzündungshemmenden Wirkung vor allem zur Behandlung von Blasen- und Nierenbeschwerden, wie etwa Entzündungen oder Blasen- und Nierensteinen angewendet. Außerdem hat sie eine ausschwemmende Wirkung und eignet sich daher zur „Blutreinigung“ bei Hautkrankheiten, rheumatischen Beschwerden und Leberleiden. Aufgrund dieser Eigenschaften ist die Späte Goldrute, zusammen mit der ihr verwandten Echten- und Kanadischen Goldrute oftmals Bestandteil von Kräuterteemischungen. Sie kann aber auch als Tinktur oder Kräuterwein angewendet werden. Zur Teegewinnung werden die oberirdischen Pflanzenteile der Goldruten verwendet, die im Juli/ August abgeschnitten, gebündelt und an einem luftigen Ort zum Trocknen aufgehängt werden.

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