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Die Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris)

Die Sumpf-Wolfsmilch - Pflanze des Monats Mai 2016

Die bedrohte Rheinauenbewohnerin

Der Milchsaft der Sumpf-Wolfsmilch ist reizend für die menschliche Haut. Foto: Peter Vogler.

Zur Pflanze des Monats Mai 2016 hat die Umweltstiftung Rastatt die Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris) gewählt. Diese mehrjährige Pflanze kann eine Wuchshöhe von 1,5 Metern erreichen und  gehört zu den Wolfsmilcharten - einer der weltweit verbreitetsten Pflanzengattungen. In dieser Gattung findet sich eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Lebensformen, von einjährigen krautigen Pflanzen bis hin zu Bäumen und kakteenartigen Formen. Auch der als Zimmerpflanze beliebte Weihnachtsstern gehört dazu. Die Blütezeit der Sumpf-Wolfsmilch dauert von Mai bis Juni. Erst leuchtet die Pflanze gelb. Im Herbst färbt sie sich dann rot.

Typischer Bewohnerin unserer Rheinauen

Die Sumpf-Wolfsmilch ist eine der wenigen Wolfsmilch-Arten, die auf sehr nassen Böden wächst. Als sumpfliebende Pflanze war diese typische Stromtalpflanze früher in Mitteleuropa entlang der größeren Flusstäler wie Donau, Elbe und Rhein sehr häufig zu finden. Ihre Verbreitung ist jedoch durch Trockenlegung vieler Feuchtgebiete sehr stark zurückgegangen. In Baden-Württemberg ist sie nur im Oberrheingebiet anzutreffen, wobei die größten Vorkommen in der Rheinaue gelegen sind. Im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt - dazu gehören die Stadt Rastatt und die umliegenden Gemeinden Iffezheim, Steinmauern, Ötigheim und Muggensturm - findet sich die Sumpf-Wolfsmilch vor allem in brachliegenden Nasswiesen, in Hochstauden und gern im Halbschatten von Weidengebüsch.

Eine geschützte Pflanzenart

Die Sumpf-Wolfsmilch steht unter Artenschutz. Die größte heimische Wolfsmilch-Art wird in der „Roten Liste“ der gefährdeten Arten des Bundesamtes für Naturschutz als gefährdet eingestuft. Daher gilt: Anschauen, ja, pflücken, nein.

Der Milchsaft der Sumpf-Wolfsmilch ist giftig

Schon im Interesse des eigenen Wohlbefindens sollte man sich mit dem Anschauen der Wolfsmilcharten begnügen, da ihr weißer Milchsaft ausgesprochen giftig und äußerlich stark reizend ist. Der Saft dient der Pflanze als Fraßschutz und Wundverschluss. Da er unter Druck steht, tritt er schon bei kleinsten Verletzungen aus. Gelangt er auf die Haut, kann dies zu Rötungen und allergischen Reaktionen führen. Insbesondere bei Augenkontakt können gefährliche Entzündungen der Binde- und der Hornhaut entstehen.

Angebliches Heilmittel gegen Warzen und Schwielen

Wie bei vielen anderen Giftpflanzen wurde auch für die Wolfsmilcharten eine Heilanwendung gefunden – in der Volksmedizin wurden sie verwendet, um Warzen und Schwielen zu beseitigen. Doch sollte man wegen der Giftigkeit davon unbedingt Abstand nehmen, zumal eine entsprechende Wirkung nicht nachgewiesen ist.