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Weißdorn (Crataegus)

Der Weißdorn - Pflanze des Monats Oktober 2013

Eine häufig verwendete Heilpflanze

Weißdorn mit Früchten

Mit dem Weißdorn hat die Umweltstiftung Rastatt eine Blütenpflanze zur Pflanze des Monats gewählt, die zu den am häufigsten verwendeten Heilpflanzen gehört.

Der Weißdorn, auch Hagedorn oder Christdorn genannt, ist ein bis zu 10 Meter hoch wachsendes Gehölz, das mehrere hundert Jahre alt werden kann. In der Verwaltungsgemeinschaft Rastatt - dem Wirkungsbereich der Umweltstiftung - findet man ihn verbreitet an Waldrändern, an Gebüschsäumen, in Hecken und in Gärten.

Er gehört wie die Schlehe zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse (Rosaceae). Man unterscheidet den Eingriffeligen Weißdorn (Crataegus monogyna) und den Zweigriffeligen Weißdorn (Crataegus laevigata). Zwischen beiden Arten gibt es zahlreiche Übergangsformen, so dass eine sichere Bestimmung oft schwierig ist.

Der Weißdorn wächst knorrig und verzweigt, treibt viele Äste aus, an denen 1-2 cm lange Dornen wachsen. Das lateinische Wort „crataegus“ bedeutet fest, stark und bezieht sich auf das sehr harte rötliche Holz . Aus diesem stellten die alten Griechen Speere her. Seine Rinde ist dunkelgrau und glatt.

Seine glänzenden sattgrünen Blätter sind kurz gestielt und je nach Art mehr oder weniger stark gelappt. Sie ähneln denen der Eiche, nur sind sie deutlich kleiner. Die weißen Blüten wachsen von Mai bis Juni in üppigen Rispen. Sie riechen unangenehm. Im September reifen die eiförmigen roten Früchte. Sie schmecken säuerlich und mehlig und sind reich an Vitamin C. In Notzeiten dienten sie gemahlen und getrocknet als Mehl-Ersatz.

Im Altertum als Heilmittel noch weitestgehend unbekannt, nahm der Weißdorn im 19. Jahrhundert Einzug in die Medizin und ist heute aus der modernen naturheilkundlichen Herztherapie nicht mehr wegzudenken. Er fördert die Durchblutung der Herzkranzgefäße, hilft bei Herzrhythmusstörungen und steigert allgemein die Leistungskraft des Herzmuskels, daher findet er oft Anwendung in der Herzinfarktnachbehandlung und bei Altersherzbeschwerden.

Der Weißdorn ist auch hilfreich bei Angina Pectoris, Kreislaufstörungen, Schlaflosigkeit, Nervosität, Wassersucht und zur allgemeinen Kräftigung. Nicht nur bei Bluthochdruck wirkt er ausgleichend sondern ist auch bei niedrigem Blutdruck kräftigend.

In China verwendet man die Früchte von alters her bei Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. In Indien wird er bei Schlafstörungen verwendet und ein Säckchen gefüllt mit den Blüten soll vor bösen Energien schützen und das Glück anziehen.

Der Weißdorn kann bedenkenlos über mehrere Jahre oder Monate eingenommen werden, auch als Mittel zur Vorbeugung, da er sehr sanft wirkt und keine Nebenwirkungen hat. Auch findet er Anwendung in der Homöopathie.

Die Blütenknospen und junge Blätter, die leicht nussig schmecken, kann man als Gemüse oder in Salat verwenden, die Beeren können zu Marmelade oder Saft verarbeitet werden.

Der Weißdorn ist ein Futterstrauch für zahlreiche heimische Vogelarten und ist als Vogelschutzgehölz gut geeignet.

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