• DE

Interview mit Karl-Ludwig Matt, Vorsitzender des Rastatter NABU

Karl-Ludwig Matt, links im Bild, leitet die Ortsgruppe des Nabu in Rastatt.
Karl-Ludwig Matt, links im Bild, leitet die Ortsgruppe des Nabu in Rastatt. Foto: Stadt Rastatt.

Karl-Ludwig Matt, Vorsitzender der NABU Ortsgruppe Rastatt, wurde von Annika Graszies und Maximilian Römmich vom Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) der Stadt Rastatt zu seinen Tätigkeiten bei der NABU-Ortsgruppe Rastatt interviewt.

Kontaktdaten
Karl-Ludwig Matt

Telefon: 0176/78456428

E-Mail: Nabu-Karl-LudwigMatt(at)gmx.de

Homepage: www.nabu-rastatt.de

Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich beim Nabu in Rastatt? Was ist Ihre Motivation?

Das Erhalten, Schaffen und Verbessern von Lebensgrundlagen für eine artenreiche Tier-und Pflanzenwelt und die daraus entstehenden Artenschutzmaßnahmen für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Auch die Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig, um die Bevölkerung zu informieren, die Ziele des Natur- und Umweltschutzgedankens zu verbreiten und die Menschen zu sensibilisieren für die Probleme von Umwelt und Natur. Dazu gehört natürlich auch die Jugendarbeit.

Was sind Ihre Tätigkeitsschwerpunkte?

Ich leite die Ortsgruppe Rastatt des NABU und gebe Informationen bei unserem monatlichen Treffen weiter – bei dem übrigens auch Nichtmitglieder herzlich willkommen sind. Zu meinen täglichen Aufgaben gehört der tägliche Kontakt mit Behörden, hauptsächlich aber mit der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes. Gemeinsam planen und organisieren wir zum Beispiel Versammlungen und Informationsveranstaltungen. Für die Verwaltungsarbeit, bin ich ebenfalls zuständig. Und natürlich bin ich Ansprechpartner für Fragen rund um den Naturschutz zum Beispiel wenn jemand wissen will, wo man ein verletztes Tier hinbringen kann.

Haben sie in Ihrer Tätigkeit auch mit Igel in Not- und Pflegefällen zu tun

Im Moment habe ich relativ oft mit dem Thema Igel zu tun, da wir gerade dabei sind eine Igelnotgruppe für Igelnot- und Pflegefälle einzurichten. Diese Gruppe wird sich um Igel kümmern die gefunden werden und nicht in der Lage sind, eigenständig zu überwintern. Diese Gruppe wird aus mehreren Personen bestehen, die in Rastatt und Umgebung wohnen. Sie haben dafür Seminare bei Volker Dietrich - Zum Interview mit Volker und Sonja Dietrich - besucht, um die notwendigen Kenntnisse zu erlangen.

Welche Projekte betreuen Sie aktuell?

Derzeit sanieren wir in Kuppenheim einen ehemaligen Eiskeller, den wir zu einer Höhle für Fledermäuse umgestalten möchten. Das bedeutet, wir entfernen den Müll und bauen einige kleinere Unterschlupfmöglichkeiten. Ein weiteres Projekt, was mir sehr am Herzen liegt, ist die Installation einer Igelgruppe für den Großraum Rastatt, die von Volker Dietrich geleitet und ausgebildet wird. Es gibt natürlich auch Projekte, die dauerhaft zu betreuen sind wie zum Beispiel die 32 Biotope in der Gegend. Das sind Biotope, die gesetzlich geschützt sind und nicht zerstört werden dürfen. Wir kontrollieren diese regelmäßig, um eine Zerstörung zu verhindern oder im schlimmsten Fall auch zu melden. Bei dieser Aufgabe helfen uns oft Menschen die regelmäßig spazieren gehen und dabei ein Auge auf diese Gebiete werfen. 

Haben Sie Wünsche im Natur- und Umweltschutz?

Da habe ich natürlich einige: Eines der Dinge, die mir am Herzen liegen, ist der Wunsch nach mehr aktiven NABU Mitgliedern, die bei der Umsetzung von Projekten mithelfen. Dazu gehört auch die Jugendarbeit, um Kinder und Eltern an den Natur- und Umweltschutz heran zu führen. Meiner Meinung nach ist es wichtig, die Kinder schon früh für dieses Thema zu begeistern, um das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu wecken. Das ist aus meiner Sicht auch dringend notwendig, da oft mit der Natur- und Landschaft respektlos umgegangen wird. Dies zeigt sich beispielsweise bei der starken Vermüllung der Landschaft. Ein weiteres Problem, was sich durch das stärken des Umweltbewusstseins verbessern könnte, ist die Versiegelung von Flächen. Die Menschen müssen erkennen, wie wichtig die Gärten mit ihren Pflanzen, Bäumen und Büschen für die Tiere sind. Die geschotterten Vorgärten und asphaltierte Flächen, bringen große Probleme bei der Nahrungssuche mit sich. Gerne würde ich ein Umwelttelefon einführen, wo die Bevölkerung anrufen kann, wenn sie Fragen oder Anliegen haben und sie nicht erst verschiedene Ämter anrufen müssen, welche sie dann zu der entsprechenden Person weiterleiten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Gebrauch von Glyphosat in der Landwirtschaft, welches meiner Meinung nach verboten gehört. Durch den Gebrauch sind in den letzten 30 Jahren 70 Prozent der Insekten gestorben, was natürlich auch Auswirkungen auf den Vogelbestand hat, da die Vögel weniger zum Fressen finden. Es gibt noch viele weitere Dinge, die mir auf dem Herzen liegen, aber das alles hier aufzuführen würde zu weit gehen.