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Großer Algenfarn (Azolla filiculoides)

Der Große Algenfarn - Pflanze des Monats Dezember 2018

Rot leuchtender Kontrast in der Winterzeit

Rot verfärbter Großer Algenfarn in der Rastatter Rheinaue. Foto: R. Deible
Nahaufnahme des rot verfärbten Großen Algenfarns. Foto R. Deible

Die Umweltstiftung Rastatt wählt für den Dezember 2018 den Großen Algenfarn (Azolla filiculoides) zur Pflanze des Monats. Der Algenfarn fällt in grauen Wintermonaten durch seine leuchtend rote Färbung auf.

Algenfarn fällt durch rote Färbung auf

Beim Algenfarn handelt es sich um eine Wasserpflanze, die in stehenden oder leicht fließenden Gewässern vorkommt. Der Algenfarn ist eine zierliche, reich verzweigte etwa drei Zentimeter große Schwimmpflanze mit dicht aufeinander folgenden fleischigen Blättchen. Er ist eine einjährige bis sommergrüne krautige Pflanze. Das Wurzelwerk der Pflanze wird einige Zentimeter lang, verwurzelt sich jedoch nicht im Grund. Die Blättchen bestehen aus zwei Millimeter langen, dachziegelartig übereinander liegenden Lappen und sind aufgrund von Erhebungen auf der Blattoberseite, den sogenannten Papillen, für Wasser unbenetzbar. Die Blätter sind im Sommer grün, im Herbst und Winter verfärben sie sich oft rötlich.

Stammt ursprünglich aus Amerika

Ursprünglich stammt der Algenfarn aus den gemäßigten bis subtropischen Teilen Amerikas, wurde aber im ausgehenden 19. Jahrhundert in große Teile Europas, Asiens, Australiens und Afrikas eingeschleppt. In Deutschland hat sich die Art seither in fast allen Bundesländern weiträumig ausgebreitet. Somit wird der Algenfarn als Neophyt bezeichnet, also eine Pflanze, die sich an Orten ansiedelt, wo sie zuvor nicht heimisch war. Auch in der Rastatter Rheinaue gibt es den Großen Algenfarn.

Die Pflanze vermehrt sich über Ausläufer, somit ist es üblich, dass der Algenfarn ganze Flächen bedeckt und wie ein undurchdringlicher Teppich wirkt. So wie im Winter 2014 geschehen, als der Algenfarn einzelne Bereiche in der Rheinaue mit seinen prägnanten rote Teppiche überdeckte (siehe Foto 1).

Der Algenfarn ist in der Lage, Luftstickstoff zu binden: An der Unterseite der Blätter befinden sich kleine Hohlräume, in denen sogenannte Cyanobakterien angesiedelt sind. Diese Bakterien leben in Symbiose, also gemeinsam mit der Pflanze, indem sie Stickstoff aus der Luft aufnehmen und binden, welcher der Pflanze als Nährstoff dient. Somit wird durch das Ansiedeln von sämtlichen Azolla-Arten Stickstoff in Ökosystemen angereichert. In Asien ist er deshalb als Düngerpflanze auf den Reisfeldern sehr beliebt. Als Aquarienpflanze erfreut sich der Große Algenfarn aufgrund von seinem geringen Pflegebedarf großer Beliebtheit.