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Pflanze des Monats Juli 2018 - Die Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris)

Die Pflanze des Monats Juli 2018 - Die Sumpf-Stendelwurz

Ein Schatz unserer heimischen Pflanzenwelt

Die Sumpf-Stendelwurz ist eine Orchideenart. Foto: Stadt Rastatt.

Zur Pflanze des Monats Juli 2018 hat die Umweltstiftung Rastatt die Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) ausgewählt. Die Sumpf-Stendelwurz, die auch unter dem Namen Weiße Sumpfwurz, Echte Sumpfwurz oder Sumpf-Sitter bekannt ist, trägt ihren Standort schon im Namen: Sie ist eine Orchidee der Feuchtgebiete. Allerdings mag sie keinen Schatten.

Die Sumpfstendelwurz hat spektakuläre Blüten

Der aufrechte Stängel der Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 50 Zentimeter. Besonders kräftige Exemplare können bis zu 80 Zentimeter hoch werden. Die Sumpf-Stendelwurz blüht zwischen Mitte Juni und Ende Juli. Der beeindruckende Blütenstand ist bis zu 15 Zentimeter lang und mit fünf bis zwanzig Blüten besetzt. Die Blüten sind meist rot-violett und haben eine weiße Lippe. Die Bestäubung erfolgt durch Hautflügler, Zweiflügler und Käfer. Das Wachstum entsteht durch vegetative Vermehrung.

In Baden-Württemberg war die Sumpf-Stendelwurz einst weit verbreitet, gilt heute jedoch als gefährdete Pflanzenart. Zahlreiche ihrer Wuchsorte sind in den letzten Jahrzehnten verschwunden.

Vorkommen in Stromtal-Streuwiesen

Im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt, das sind die Stadt Rastatt und die Gemeinden Iffezheim, Steinmauern, Ötigheim und Muggensturm kommt sie nur sehr selten vor. Sie findet sich hier auf Böden, die langfristig von Grundwasser durchfeuchtet werden, so in Stromtal-Pfeifengraswiesen. Solche Stromtal-Streuwiesen oder Riedwiesen waren noch vor einigen Jahrzehnten prägendes Landschaftselement der Oberrheinischen Tiefebene, so auch der Rastatter Riedgemeinden Wintersdorf, Ottersdorf und Plittersdorf. Sie wurden jedoch, da ihr wirtschaftlicher Wert gering ist (ihr Heu wurde früher als Pferdefutter und als Einstreu für Großvieh verwendet; von dieser Nutzung rührt auch ihr Namen), durch Entwässern in Ackerland oder Fettwiesen umgewandelt oder aufgeforstet. Zudem verbuschten viele Streuwiesen nach Aufgabe der Bewirtschaftung allmählich oder fielen der Kiesgewinnung zum Opfer.

Besonders geschützt

Die Sumpf-Stendelwurz ist durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders streng geschützt und steht wie alle in Europa vorkommenden Orchideenarten auch unter strengem Schutz europäischer Gesetze.