Der Maiwurm der ein Käfer ist

Der Ölkäfer_Foto: Svenja Karnatz
Der Ölkäfer_Foto: Svenja Karnatz

Die hübsch anzusehenden, schwarz-bläulich glänzenden Ölkäfer kann man in dieser Jahreszeit besonders häufig über den Weg krabbeln sehen. Die weiblichen Tiere des Ölkäfers machen sich vor allem im Mai auf die Suche nach geeigneten Stellen für die Eiablage. Dabei wirken sie mit ihrem geschwollenen Körper recht plump. Daher nennt man diese Tiere auch Maiwurm.

Die Entwicklung vom Ei bis zum „erwachsenen“ Ölkäfer gehört zu den spannendsten und merkwürdigsten Naturphänomenen am Wegesrand. Schon bald nach der Eiablage schlüpfen aus den Eiern kleine, aber recht flinke Larven. Sie erklettern mit Hilfe ihrer drei Klauen an den Beinchen die am schnellsten erreichbaren Blütenpflanzen. Die Larven sind auf bestimmte Wildbienenarten wie Erdbiene, Mauerbiene und Langhornbiene angewiesen, in deren Nestern ihre weitere Entwicklung erfolgt. Da sie die Blütenbesucher nicht unterscheiden können, klammern sich die Larven an den Erstbesten, der auf der Blüte landet. Larven die das falsche Insekt erwischt haben, werden schon bald eingehen.

Doch Ölkäferlarven, die den richtigen „Blütenjet“ erwischt haben, gelangen in das Nest der Wildbiene, in welchem sie als Larven parasitisch leben und sich von deren Eier und Pollenvorrat ernähren. Nach der Verpuppung, die außerhalb des Bienennestes in der Erde stattfindet, schlüpft ein neuer Ölkäfer im Frühjahr des Folgejahres.

Akademie-Tipp: Begegnet man einem Ölkäfer beim Spaziergang, sollte man ihn nicht in die Hand nehmen. Zur Abwehr von Fressfeinden oder einer anderen Bedrohung setzt der Käfer die Substanz Cantharidin ein, welche zu Blasen auf der menschlichen Haut führt. Will man ihn davor retten, auf den Wegen überfahren oder zertreten zu werden, nimmt man ihn am besten auf ein Blatt oder einen Zweig und trägt ihn so in Sicherheit.

Wichtig: Es ist die Zeit des Aufwuchses. Bleiben Sie daher auf den Wegen. Die Natur benötigt Ruhe und Schutz. Verhalten Sie sich den Corona-Kontaktbeschränkungen entsprechend, so kann alleine, in angemessenem Abstand zu zweit oder im engen Familienkreis die Natur erlebt werden.