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Schwanenblume (Butomus umbellatus)

Schwanenblume - Pflanze des Monats August 2018

Bedrohte Schönheit

Die Schwanenblume gehört zu den bedrohten Arten. Foto: Stadt Rastatt.

Zur Pflanze des Monats August 2018, hat die Umweltstiftung Rastatt die Schwanenblume (Butomus umbellatus) gewählt. Durch die Eleganz ihres Wuchses und das helle Rosa der großen Blüten gehört die bis zu 1,5 Meter hohe Schwanenblume oder Wasserviole zu den schönsten bei uns heimischen Sumpfpflanzen. Daneben ist sie Blume des Jahres 2014 der Loki-Schmidt-Stiftung .

Die Schwanenblume ist ein typischer Vertreter der Auenpflanzen. Als Pionierpflanze kommt sie auf schlammigen und nährstoffreichen Böden vor, insbesondere bei wechselnden Wasserständen. Größere Bestände sind beispielsweise in Auengewässern der Oder, der Elbe und des Rheins zu finden. Auch in der Rheinaue bei Rastatt wächst sie an Ufern stehender und langsam fließender Gewässer. Die Pflanze hat sich als Stromtalpflanze an die Dynamik des Hochwassers angepasst und erträgt nicht nur eine immer wiederkehrende Überflutung, sondern benötigt sie zum Teil sogar. Deutschlandweit sind ihre Bestände zurückgegangen. Aus diesem Grund wird sie auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten in Deutschland geführt. Zurückzuführen ist dies auf Hochwasserschutzmaßnahmen, die diese natürlichen Überflutungen zugunsten neuer Wohn-, Gewerbe- und Landwirtschaftsflächen wortwörtlich eindämmen. In der Oberrheinischen Rheinebene ist sie jedoch immer noch relativ häufig anzutreffen.

Die Fortpflanzung der Schwanenblume

Mit ihrer auffälligen Blütenpracht – die Pflanze blüht von Juni bis August – lockt sie Insekten an, die mit Nektar, den sie an der Basis der Fruchtblätter in kleinen Tröpfchen abgibt, belohnt werden. Zu den Bestäubern gehören vor allem Fliegen, Schwebfliegen, Bienen und Hummeln. Wenn die Früchte reif sind und der Blütenstiel bewegt wird, öffnen sich die Früchte und streuen die Samen aus. Die Samen können schwimmen und erreichen so neue Ansiedlungsorte. Mit Brutknospen, die sich im Herbst ablösen, und im Schlamm Wurzeln schlagen, kann sich die Pflanze auch ungeschlechtlich vermehren.

Verwendungszwecke

Die runden, kräftigen Stängel der Schwanenblume wurden früher oftmals zum Flechten von Matten und Körben, ähnlich wie Weiden und Binsen, genutzt. Die unterirdische, bewurzelte Sprossachse (Rhizom) enthält 60 Prozent Stärke und kann deshalb zu Mehl verarbeitet werden. In Asien wird das Rhizom zum Teil auch heute noch als Nahrungsmittel genutzt. Als in Mitteleuropa Notzeiten herrschten, diente das Rhizom auch hier als Nahrung.