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Der Wasserschlauch (Utricula australis)

Pflanze des Monats Oktober 2018 - Der Wasserschlauch

Fleischfresser

Der Wasserschlauch ist eine fleischfressende Pflanze_Foto_Stadt Rastatt.

Der Wasserschlauch ist eine ganz besondere Pflanze – sie zählt zu den fleischfressenden Pflanzen Der Beutefang ist ein faszinierendes Schauspiel: Mithilfe ihrer Fangblasen kann sie kleine Wassertiere erbeuten.

Zur Pflanze des Monats Oktober 2018 hat die Umweltstiftung Rastatt den Verkannten Wasserschlauch (Utricula australis) gewählt, der auch als Südlicher oder Großer Wasserschlauch bekannt ist. Der Wasserschlauch ist eine fleischfressende Pflanze, die auch in unserer heimischen Fauna vertreten ist. Zudem kann man den Wasserschlauch in ganz Europa, Nordafrika und in Asien finden. Utricularia australis wächst in sonnigen, stehenden Gewässern und gehört zur Familie der Wasserschlauchgewächse. In Rastatt kommt er zum Beispiel im Altwasser Wißbelt südlich von Rastatt-Plittersdorf vor.

Beim Verkannten Wasserschlauch handelt es sich um eine wurzellose, frei im Wasser treibende Wasserpflanze, die sich hauptsächlich unterhalb der Wasseroberfläche befindet. Zur Blütezeit, welche von Juli bis September ist, ragt ein Stiel aus dem Wasser empor, an dessen höchster Stelle eine gelbe Blüte wächst. Die Stiele können eine Höhe von 15 bis 30 Zentimeter erreichen.

Die Wasserblätter des Wasserschlauchs sind sehr feinfiedrig und können bis zu acht Zentimeter lang werden. An diesen feinfiedrigen Wasserblättern befinden sich Fangblasen, mit denen der Verkannte Wasserschlauch seine Beute fängt. Die Fangblasen entstehen durch eine Umformung der Wasserblätter.

Der Fangmechanismus funktioniert wie folgt: Die Fangblasen sind mit winzigen Härchen bewachsen. Beutetiere wie Wasserflöhe werden durch Duftstoffe oder Bakterien zu den Fangblasen gelockt. Berührt das Wassertier nun eines dieser Härchen, wird ein Reiz ausgelöst und das Tier innerhalb von zwei Millisekunden in die Fangblase eingesogen. Jede Fangblase besitzt eine Schließklappe, mit welche die Blase dann verschlossen wird, damit das Beutetier nicht fliehen kann. Mit Hilfe von Drüsen wird das Wasser aus der Blase ausgeschieden, wodurch ein Unterdruck entsteht und das Beutetier eingesogen wird. Befindet sich das Beutetier in der Blase, wird durch spezielle Drüsen Verdauungsenzyme in die Fangblase geleitet, worauf sich das Beutetier zersetzt. Die Mineralien und Nährstoffe, die durch die Zersetzung freigesetzt werden, dienen dem Verkannten Wasserschlauch als Nahrung. Etwa eine halbe Stunde nach dem Auslösen der Falle ist die Fangblase wieder bereit, ein neues Wassertier zu fangen und zu verdauen.

Der Fangmechanismus des Verkannten Wasserschlauchs ist mit einer Reaktionszeit von nur zwei Millisekunden einer der schnellsten im Pflanzenreich.