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Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jakobaea)

Jakobs-Kreuzkraut - Pflanze des Monats August 2013

Heimischer Korblütler - nicht immer gerne gesehen

Jakobs-Kreuzkraut, Foto: FÖJ der Stadt Rastatt

Zur Pflanze des Monats August hat die Umweltstiftung Rastatt das Jakobs-Kreuzkraut gekürt.

Das Jakobs-Kreuzkraut, das auch unter dem Namen Jakobs-Greiskraut bekannt ist, hat im Juli und August seinen Blütenhöhepunkt. Der Name bezieht sich auf die Blühzeit um Jacobi (25. Juli), wobei die Pflanze bei uns schon Anfang Juni blühend beobachtet werden kann.

Die 30 – 120 Zentimeter hohe in Europa und Westasien heimische Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler, ist also mit so bekannten Pflanzenarten wie dem Gänseblümchen, der Margerite und dem Löwenzahn nahe verwandt. Am oberen Teil der Pflanze sitzen die typisch „buschigen“, stark verzweigten Blütenstände mit ihren zahlreichen 1,5 bis 2,5 Zentimeter großen, intensiv gelb gefärbten Blütenköpfchen. Diese setzen sich zusammen aus den 11 bis 16 (meistens 13) außen liegenden goldgelben Zungenblüten und aus den 60 -80 innen liegenden Scheibenblüten.

Der wissenschaftliche Name des Gewächses ist Senecio jacobaea. Senecio kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Greis. Diese Namensbezeichnung bezieht sich auf den frühzeitig hervortretenden Haarkranz der Einzelblüten, der an die weißen Haare alter Menschen erinnert.

Das Jakobs-Kreuzkraut ist die Nationalblume der Isle of Man. Die Isle of Man ist eine Insel in der Irischen See, die als autonomer Kronbesitz direkt der britischen Krone unterstellt, jedoch weder Teil des Vereinigten Königreichs noch eine Kronkolonie ist.

Im Wirkungsbereich der Umweltstiftung Rastatt kommt die Blume auf Wiesen und Weiden, im Straßenbegleitgrün, an Wegen, an Waldrändern aber auch auf Brachflächen in Wohnbaugebieten recht verbreitet vor. Neu ist offensichtlich ihr stellenweise extrem starkes Auftreten.

Von Landwirten und Pferdehaltern wird das Jakobs-Kreuzkraut nicht gerne gesehen, da die ganze Pflanze auf Grund der enthaltenen leberschädigenden Pyrollizidinalkaloide für Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen giftig ist. Auf der Weide wird das Jakobs-Kreuzkraut von erfahrenen Tieren wegen seines schlechten Geschmacks in der Regel gemieden. In Heu und Silage verliert es jedoch seinen bitteren Geschmack, nicht aber seine Giftigkeit und wird von den Tieren unerkannt mit dem Futter aufgenommen. Besonders dann besteht für Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen ein Erkrankungsrisiko. Zur Winterfütterung sollten daher nur Wiesen genutzt werden, die weitgehend frei von der Pflanze sind.

Die effektivste Möglichkeit, das Jakobs-Kreuzkraut für immer zu verbannen ist das komplette manuelle Entfernen der Pflanze durch Ausgraben bzw. Ausstechen. Hierauf weist auch die Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau beim Landratsamt Rastatt hin.

Weitere Auskünfte zur Bekämpfung im Landkreis Rastatt werden bei dieser Stelle erteilt (Tel.: 07222/381-4120)

und beim Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Karlsruhe (Tel.: 0721/926-5173).

Übrigens:

Im Sommer kann man auffallend gelb-schwarz gestreifte Raupen am Jakobs-Kreuzkraut beobachten. Es handelt sich dabei um Raupen des Jakobskrautbären, einer Schmetterlingsart, die sich auf Kreuzkäuter, insbesondere auf das Jakobs-Kreuzkraut, spezialisiert hat. Die leuchtend gelb und schwarz geringelten Raupen werden ca. 30 Millimeter lang. Auf den Blütenständen des Jakobs-Kreuzkrautes sind sie durch ihre Färbung nur schwer zu erkennen. Die Raupe des Blutbärs reichert beim Fressen das Gift des Kreuzkrautes in ihrem Körper an und wird dadurch selbst giftig. Durch ihre gelb-schwarze Warnfarbe (die typische schwarz-gelbe Warnfarbe der Wespen wird imitiert) signalisiert die Raupe möglichen Fressfeinden die Giftigkeit. Die Raupe selbst verfügt über eine körpereigene Abwehr gegen das Kreuzkrautgift.

Weitere Informationen zum Jakobs-Kreuzkraut:

>> hier auf der Webseite 'Botanikus' (mit Filmclip)

Von den 14 in Baden-Württemberg vorkommenden Kreuzkraut-Arten kommen in der Verwaltungsgemeinschaft Rastatt neben dem giftigen Jakobs-Kreuzkraut noch folgende Arten vor:

Schmalblättriges Kreuzkraut

Fuchs-Kreuzkraut

Sumpf-Kreuzkraut

Wasser-Kreuzkraut

Raukenblättriges Kreuzkraut

Frühlings-Kreuzkraut

Klebriges Kreuzkraut

Gewöhnliches Kreuzkraut

Darunter ist das u.a. im Naturschutzgebiet Rastatter Rheinaue in Feuchtwiesen und Röhrichtbeständen vorkommende Sumpf-Kreuzkraut von den anderen Arten durch seinen Riesenwuchs, der zwei Meter überschreiten kann, gut zu unterscheiden.

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