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Wiesensalbei (Salvia pratensis)

Der Wiesensalbei - Pflanze des Monats Juni 2015

Optisches Highlight unserer Wiesen

Wiesensalbei (Salvia pratensis)

Zur Pflanze des Monats Juni hat die Umweltstiftung Rastatt eine der schönsten Pflanzen unserer Wiesen gewählt: den Wiesensalbei (Salvia pratensis).

Der bis zu 60 Zentimeter große Wiesensalbei – das verrät schon sein Name – wächst auf Wiesen. Bevorzugt allerdings gedeiht er auf eher trockenen und insbesondere wenig beziehungsweise nicht gedüngten Wiesen auf kalkhaltigen Böden. Seine Wurzeln reichen bis zu einen Meter tief in den Boden. Dadurch sichern sie auch bei großer Trockenheit das Überleben der Pflanze. Leider sind die artenreichen Salbei-Glatthaferwiesen, in denen der Wiesensalbei seinen Verbreitungsschwerpunkt hat, in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Bei uns finden sich jedoch noch sehr schön ausgeprägte Salbei-Glatthaferwiesen auf landseitigen, stark von der Sonne bestrahlten Böschungen der Hochwasserdeiche. Außerdem wurden von der Naturschutzverwaltung des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Naturschutzgebiet Rastatter Rheinaue auf ehemaligen Ackerflächen auentypische Salbei-Glatthaferwiesen neu angelegt. Diese können beispielsweise bei einem Rundgang durch den Wiesenlehrpfad bei Wintersdorf am Schafköpfel betrachtet werden.

Wiesensalbeiblüte, Foto: Dr. Herbert Zell

Der Wiesensalbei gehört zur Familie der Lippenblütengewächse. Seine Blütezeit reicht von Ende April bis in den August hinein. Die wunderschönen blauen bis dunkelvioletten Blüten sind zarte Kunstwerke. Sie bilden eine Lippe, auf der bestäubende Insekten landen, und eine Art Helm, unter dem die Staubblätter stecken. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch langrüsselige Insekten wie zum Beispiel Hummeln, da nur diese den Nektar am Grund der Wiesensalbeiblüte erreichen können. Der Bestäubungsmechanismus ist dabei sehr speziell: So steckt die Hummel ihren Rüssel in die Blüte, um Nektar zu sammeln. Dabei löst sich einen Hebelmechanismus aus, der den Blütenstaub am haarigen Körper der Hummel abstreift. Der Pollen wird dann von der Hummel zu anderen Blüten weiter getragen.

Der Name Salbei leitet sich aus dem Lateinischen ab. „Salvare“ bedeutet heilen. In der Pflanzenheilkunde wird der Wiesensalbei jedoch nur selten eingesetzt, weil er einen zu niedrigen Gehalt an ätherischen Ölen aufweist. Anwendung findet eher der kultivierte Echte Salbei (Gartensalbei), unter anderem wird er bei Hals- und Rachenentzündungen eingesetzt. Der Wiesensalbei wirkt ähnlich, allerdings schwächer als der Echte Salbei. Der Wiesensalbei wirkt entzündungshemmend und leicht antibakteriell.

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