Die zwei Gesichter des Maiglöckchens

Das Maiglöckchen_Foto: Hiltrud Wilhelmi
Das Maiglöckchen_Foto: Hiltrud Wilhelmi

Der unverkennbare blumige Duft von Maiglöckchen kündigt die Frühlingsboten schon an, bevor man deren weiße Köpfchen überhaupt sieht. Ob sie nun in Gärten blühen oder bei einem Waldspaziergang entdeckt werden, die zarten, weißen Blüten sind von Mai bis Juni hübsch anzusehen.

Die Bestäubung der Blüten erfolgt über Insekten, wobei Bienen besonders häufig an Maiglöckchen zu beobachten sind. Im Laufe des Sommers reifen rote Beeren heran. Das Spargelgewächs (Aspergaceae) wächst auf halbschattigen Plätzen, mit humosen Boden und – ebenfalls wie der beliebte Bärlauch – auf feuchten, schattigen Waldböden. Die gerne für Brotaufstrich oder Pesto verwendeten Blätter des Bärlauchs sind den Blättern des giftigen Maiglöckchens und der giftigen Herbstzeitlose ähnlich. Dabei besteht nicht nur durch ähnliche Standortansprüche, sondern auch durch die ähnlich geformten, frischgrünen Blätter eine hohe Verwechslungsgefahr.

Der Bärlauch besitzt einzelne Blattstängel mit einer matten Blattunterseite, die direkt aus dem Boden kommen. Wenn das Blatt zwischen den Fingern verrieben wird, ist der typische knoblauchartige Duft des Bärlauchs wahrnehmbar. Das Maiglöckchen hingegen bildet zwei stängelumfassende, eingerollte Hüllblätter mit einer glänzenden Unterseite. Wie beim Maiglöckchen wachsen die hellgrün-glänzenden Blätter der Herbstzeitlose ungestielt aus einer Rosette.

Akademie-Tipp: Maiglöckchen sollten nicht für die Vase gesammelt werden. Die Giftstoffe des Maiglöckchens befinden sich in der gesamten Pflanze, schon bei geringem Hautkontakt kann es zu Irritationen kommen. Besser ist es, sie für die Natur stehen zu lassen und sich an ihrem Anblick zu erfreuen.

Wichtig: Es ist die Zeit des Aufwuchses. Bleiben Sie daher auf den Wegen. Die Natur benötigt Ruhe und Schutz. Verhalten Sie sich den Corona-Kontaktbeschränkungen entsprechend, so kann alleine, in angemessenem Abstand zu zweit oder im engen Familienkreis die Natur erlebt werden.