Maikäfer – legendärer Krabbler

Der Maikäfer_Foto_A.L.
Der Maikäfer_Foto_A.L.

Ein schokoladenbrauner Käfer ist an einem Maiabend gerade aus dem Erdboden der waldnahen Wiese geschlüpft. Mit Hilfe seiner Augen, die aus 6000 Einzelaugen bestehen, erkennt er die Umgebung nur silhouettenartig, aber er erspäht den großen Wald, der sich in der Dämmerung am Horizont abzeichnet. Dort angekommen frisst der Waldmaikäfer, der zur Familie der Blatthornkäfer zählt, bevorzugt Blätter von Eiche, Buche, Kastanie und Ahorn.

Nach der Paarung findet die Käferdame mit Hilfe eines perfekten Flugorientierungssystems zu ihrem Startplatz zurück, wo der Käfer seine Eier portionsweise ablegt. Nach etwa einem Monat schlüpfen aus den Eiern weißliche Larven. Diese Engerlinge graben sich in den Boden ein und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Nach drei, meistens vier Jahren entwickeln sie sich bis zum fertigen Tier.

Trotz dieser langen Entwicklungszeit gab es in der Vergangenheit immer wieder große Mengen von Maikäfern. Doch heute sind die Zeiten vorbei, in denen Wilhelm Buschs Max und Moritz die Tiere noch massenweise von den Bäumen schütteln konnten. Die einst starke Verfolgung durch Spritzmittel hat die Bestände stark dezimiert. Allerdings hat die starke Einschränkung der Bekämpfung die Vorkommen wieder wachsen lassen, so dass sie vor allem im Oberrheintal stellenweise wieder in großen Mengen zu beobachten sind. Die Käfer sind wichtig für den Naturhaushalt. So werden sie von Fledermaus, Eichelhä-her, Steinkauz, Turmfalke, Spitzmaus oder Igel gefressen.

Akademie-Tipp: Der Junikäfer ist teilweise zeitgleich wie der Maikäfer unterwegs. Die beiden Käfer sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Sie gehören allerdings ver-schiedenen Gattungen innerhalb der Familie der Blatthornkäfer an. Unterscheiden lassen sie sich anhand der Größe und Färbung.

Wichtig: Es ist die Zeit des Aufwuchses. Bleiben Sie daher auf den Wegen. Die Natur benötigt Ruhe und Schutz. Verhalten Sie sich den Corona-Kontaktbeschränkungen entsprechend, so kann alleine, in angemessenem Abstand zu zweit oder im engen Familienkreis die Natur erlebt werden.